Mindestens 257 Tote bei Absturz des Militärflugzeugs in Algerien

UNGLÜCK ⋅ In Algerien ist nach arabischen Medienberichten ein Militärflugzeug im Norden des Landes abgestürzt. Inzwischen haben die Behörden das Unglück bestätigt und und Opferzahlen bekannt gegeben.
Aktualisiert: 
11.04.2018, 17:00
11. April 2018, 11:36

Die algerische Nachrichtenseite «Ennahar Online» berichtete am Mittwoch, die Maschine russischer Bauart sei in der Provinz Blida in der Nähe des Flughafens Boufarik verunglückt. 

Der Bericht stützte sich am Anfang auf Augenzeugenberichte. Nähere gesicherte Informationen gab es zunächst nicht. Inzwischen haben die Behörden die Medien orientiert: Nach Angaben des Verteidigungsministeriums sind mindestens 257 Menschen ums Leben gekommen. Unter den Toten seien zehn Besatzungsmitglieder und 247 Passagiere, mehrheitlich Militärs und ihre Familienangehörigen, teilte das Ministerium am Mittwoch in Algier mit.

Unter den Opfern seien auch 26 Mitglieder der in der Westsahara aktiven Unabhängigkeitsbewegung Polisario, erklärte der Generalsekretär der algerischen Regierungspartei FLN, General Djamel. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums war die Maschine auf dem Weg nach Tindouf im Westen des nordafrikanischen Landes. Dort befinden sich mehrere Flüchtlingslager. Die West-Sahara wird auch von Marokko beansprucht. Algerien unterstützt den Unabhängigkeitskampf der Polisario-Miliz

Erste Fotos wurden auf dem Twitteraccount der Newsplattform Mareeg aufgeschaltet:

Wie die amtliche Nachrichtenagentur APS meldete, ereignete sich das Unglück kurz nach dem Start, etwa 30 Kilometer südlich von Algier nahe der Luftwaffenbasis Boufarik.

Demnach handelte es sich bei der Maschine um eine Iljuschin II-76, die etwa 120 Passagiere an Bord nehmen kann. Ennahar zeigte Bilder von aufgereihten Leichen auf einer Wiese nahe der Unglücksstelle. Fernsehbilder zeigten offensichtlich Flugzeugteile, aus denen Rauch stieg, und Rettungswagen auf einem Feld.

Weitere gesicherte Informationen gab es zunächst nicht. Das algerische Verteidigungsministerium teilte mit, der Generalstabschef haben den Angehörigen sein Beileid ausgesprochen. Er sei zur Absturzstelle gefahren, um sich ein Bild der Situation zu machen.

sda/dpa/mbe/spe/os


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