Schlagabtausch zwischen Trump und Corker

USA ⋅ Der einflussreiche republikanische Senator Bob Corker hat US-Präsident Donald Trump vorgeworfen, er riskiere mit rücksichtslosen Drohungen gegen andere Länder, die USA "auf den Weg in den Dritten Weltkrieg" zu führen.
09. Oktober 2017, 08:56

Trump bereite ihm Sorgen wie jedem, "dem unser Land wichtig ist", sagte Corker am Sonntag (Ortszeit) der "New York Times".

In einer aussergewöhnlich offenen Fehde hatten sich Corker und Trump, die derselben Partei angehören, bereits zuvor einen Schlagabtausch über Twitter geliefert. Corker ist Vorsitzender des wichtigen aussenpolitischen Komitees des Senats.

Trump hatte am Sonntag in dem Kurznachrichtendienst Breitseiten gegen Corker abgefeuert, nachdem dieser mitgeteilt hatte, dass er bei der Kongresswahl im November 2018 nicht erneut kandidiere.

Corker schoss prompt zurück. "Es ist eine Schande, dass das Weisse Haus eine Tagesbetreuung für Erwachsene geworden ist", twitterte Corker. "Jemand hat offensichtlich heute Morgen seine Schicht versäumt."

Um Trumps Unterstützung "gebettelt"

Trump hatte zuvor unter anderem getwittert, dass Corker darum "gebettelt" habe, dass der US-Präsident sich für seine Wiederwahl stark mache. Das habe er aber abgelehnt und Corker habe daher auf eine erneute Kandidatur verzichtet und dies damit begründet, "dass er ohne meine Unterstützung nicht gewinnen kann". Er, Trump, habe auch "Nein, danke" zu Corkers Ersuchen gesagt, Aussenminister zu werden.

Corker sei auch weitgehend für den "horrenden" Atomdeal mit dem Iran verantwortlich, so der Präsident weiter. Er bezog sich dabei auf die Multi-Staaten-Vereinbarung, die Teheran im Gegenzug zur Aufhebung internationaler Sanktionen zur Begrenzung seines Atomprogrammes verpflichtet.

Hintergrund für Trumps Attacken sind anscheinend Äusserungen Corkers in der vergangenen Woche. Da hatte der Senator angedeutet, dass Trump dringend beaufsichtigt werden müsse. Aussenminister Rex Tillerson, Verteidigungsminister Jim Mattis und der Stabschef im Weissen Haus, John Kelly, würden "unser Land vom Chaos bewahren". (sda/dpa)

Anzeige: