Schlepper wegen toter Flüchtlinge verurteilt

DEUTSCHLAND ⋅ Im Prozess um den Tod von 13 Flüchtlingen auf dem Mittelmeer hat ein deutsches Gericht am Freitag drei Schlepper verurteilt. Der 27 Jahre alte Hauptangeklagte bekam vier Jahre Haft, der Bootsführer zweieinhalb Jahre.
11. August 2017, 10:50

Den dritten einschlägig vorbestraften Angeklagten, der als eine Art Vermittler wirkte, verurteilte das das Landgericht Traunstein (Bayern) unter Einbeziehung der früheren Strafe zu zwei Jahren auf Bewährung.

Die Schlepperfahrten hatten vom türkischen Izmir über das Mittelmeer nach Griechenland geführt. Bei einer der Passagen im September 2015 stiess das völlig überladene und unbeleuchtete Schlauchboot mit den Flüchtlingen kurz vor der Insel Lesbos nachts mit einem Frachter zusammen. 13 Menschen starben, zwei Kinder werden bis heute vermisst.

Der Hauptangeklagte soll laut Anklage syrische Landsleute in der Türkei angesprochen und die lebensgefährlichen Bootsfahrten vermittelt haben. Der Bootsführer war selbst ein Flüchtling, der für die Übernahme des Ruders umsonst mitfahren konnte. Der dritte hielt Kontakt zu Familienangehörigen von Flüchtlingen in Deutschland. (sda/dpa)

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