«Das wird nicht ohne Konsequenzen bleiben»: So reagiert die Welt auf die Angriffe in Syrien

DAMASKUS ⋅ Die USA, Frankreich und Grossbritannien haben Ziele in Syrien angegriffen. Die Luftschläge der drei Uno-Vetomächte haben ein unterschiedliches Echo gefunden. Eine Übersicht von Aussagen internationaler Politiker zum Vorgehen:
14. April 2018, 15:33

«Dies sind nicht die Taten eines Menschen. Es sind die Verbrechen eines Monsters.»

US-Präsident Donald Trump in einer Rede an die Nation zur Begründung der Militärschläge. Sie seien eine Vergeltung für den Einsatz chemischer Waffen, für die die USA Syriens Präsident Baschar al-Assad verantwortlich machen.

«Für die Vereinigten Staaten besteht ein wichtiges nationales Interesse darin, eine Verschlimmerung der humanitären Situation in Syrien zu verhindern, insbesondere um vom Einsatz und der Weitergabe chemischer Waffen abzuschrecken.»

US-Verteidigungsminister James Mattis

«Wir können nicht zulassen, dass der Einsatz von Chemiewaffen normal wird - in Syrien, auf den Strassen in Grossbritannien oder irgendwo anders in unserer Welt. Es geht hier nicht um Eingreifen in einen Bürgerkrieg. Es geht nicht um Regimewechsel.»

Die britische Premierministerin Theresa May

«Dieses Vorgehen ist proportioniert und gezielt.»

Der französische Aussenminister Jean-Yves Le Drian

«Wir suchen nicht die Konfrontation und weisen jede Logik militärischer Eskalation zurück. Deshalb haben wir mit unseren Verbündeten darauf geachtet, dass die Russen vorher gewarnt werden.»

Die französische Verteidigungsministerin Florence Parly

«(Guten) Morgen der Standhaftigkeit»

Unterschrift des Büros des syrischen Präsidenten zu einem Video, das zeigt, wie Baschar al-Assad den Eingang zum Präsidentenpalast betritt

«Die Aggression wird Syrien und die Syrer noch entschlossener machen, weiterzukämpfen und den Terror in jedem Teil des Landes zu zerschlagen.»

Erklärung Assads über die staatliche Nachrichtenagentur Sana

«Die USA verschlimmern die humanitäre Situation nur weiter, unter der die Menschen in Syrien schon so leiden. Sie begünstigen tatsächlich die Terroristen, die das syrische Volk schon seit sieben Jahren quälen, und provozieren eine neue Flüchtlingswelle aus dem Land und der ganzen Region." (...) "Die gegenwärtige Eskalation der Situation in Syrien hat eine verheerende Wirkung auf die gesamten internationalen Beziehungen. Die Geschichte wird aber alles zeigen und Washington muss die schwere Verantwortung für das Blutbad in Jugoslawien, im Irak und in Libyen tragen.»

Der russische Präsident Wladimir Putin

«Wir haben gewarnt, dass solche Aktionen nicht ohne Konsequenzen sein werden.»

Der russische Botschafter in Washington, Anatoli Antonow


«Die Schweiz verfolgt mit Sorge diese militärische Eskalation im syrischen Konflikt und ruft alle beteiligten Parteien zur Vernunft auf. Die absolute Priorität muss auf deeskalierende Massnahmen liegen.»

 Eidgenössisches Departement für auswärtige Angelegenheiten EDA

«Der Militäreinsatz war erforderlich und angemessen, um die Wirksamkeit der internationalen Ächtung des Chemiewaffeneinsatzes zu wahren und das syrische Regime vor weiteren Verstössen zu warnen.»

Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel

«Das wird die Fähigkeiten der Führung einschränken, weiter die Menschen in Syrien mit chemischen Waffen anzugreifen.»

(Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg mit Blick auf die syrische Führung)

«Wir begrüssen diesen Einsatz, der das Gewissen der Menschheit angesichts des Angriffes in Duma erleichtert, von dem weitgehend angenommen wird, dass er vom (syrischen) Regime ausgeführt wurde.»

Das türkische Aussenministerium

«Die Angriffe waren ein Verbrechen und die drei an den Angriffen beteiligten Regierungschefs sind dementsprechend Verbrecher.»

 Irans oberster Führer Ali Chamenei

«Man kann ihn den Adolf Hitler unserer Zeit nennen.»

 Alexander Scherin, Vizevorsitzender des Verteidigungsausschusses der russischen Duma, mit Blick auf US-Präsident Donald Trump

«Wir haben ein gemeinsames Ziel, jede Gewalteskalation zu vermeiden, die die Syrienkrise in einen grösseren regionalen Konflikt verwandeln könnte - mit unkalkulierbaren Folgen für den Nahen Osten und sogar die ganze Welt." (...) "Die EU unterstützt alle Bemühungen zur Verhinderung von Chemiewaffeneinsätzen.»

Die EU-Aussenbeauftragte Federica Mogherini

«Sie suchen noch immer die 'Chemiewaffen' von Saddam, wir zahlen noch immer den Preis für den irrsinnigen Krieg in Libyen, und irgendjemand, der da bequem am Druckknopf sitzt, beharrt auf die 'intelligenten Flugkörper', hilft damit jedoch den fast besiegten islamistischen Terroristen. Verrückt, hört auf.»

Der Chef der italienischen Partei Lega, Matteo Salvini

«Das ist eine völlig unverantwortliche Aktion, die heute Nacht ausgeführt wurde. (...) Der französische Präsident hat sich in einer völlig bedauerlichen Weise nach den Vereinigten Staaten von Amerika gerichtet. (...) Ich erinnere in aller Form daran, dass das Risiko eines generalisierten Kriegs immer von Vorfällen abhängt, die auf den ersten Blick in keinem Verhältnis stehen zu den Effekten, die sie nach sich ziehen.»

Der französische Linkspolitiker Jean-Luc Mélenchon

«Diese Schläge gegen Syrien führen uns auf einen Weg mit unvorhersehbaren und potenziell dramatischen Konsequenzen. Frankreich verpasst erneut eine Gelegenheit, auf der internationalen Bühne als eine unabhängige Macht des Gleichgewichts in der Welt aufzutreten.»

(Die französische Rechtspopulistin Marine Le Pen


Anzeige: