30 Jahre her? Null Problemo!

TV ⋅ Vor drei Jahrzehnten stellte ein Ausserirdischer das Leben einer normalen Familie auf den Kopf. Die Sitcom, die ab Freitag wieder gezeigt wird, wirkt heute noch erstaunlich frisch und frech.
10. Januar 2018, 07:44

«Wenn ihr mich sucht, ich bin im Kühlschrank.» So lautet ein typischer Spruch von Gordon Shumway, besser bekannt als Alf. Genau 30 Jahre ist es her, als der Ausserirdische auch im deutschsprachigen Fernsehen mit seinem Raumschiff in die Garage der US-Familie Tanner krachte. Und ab dann deren Leben in völlig neue, nämlich chaotische Bahnen gelenkt wurde.

52 TV-Folgen lang hat Alf weltweit mit seinen Einfällen und Streichen begeistert. Legendär sind seine Fressorgien (schliesslich hat er etwa acht Mägen) und besonders sein steter Hunger nach Katzenfleisch. Wobei er natürlich nie eine verspeist.

Familienvater am Rande des Nervenzusammenbruchs

Kongenial ist die deutsche Übersetzung mit dem grossartigen Synchronsprecher Tommi Piper, welcher derart mit Alf identifiziert wurde, dass er die Rolle später als Fluch bezeichnet hat. Unnachahmlich, wie er Alfs Lieblingsantwort «Null Problemo!» zum Besten gibt.

Auch die Familie Tanner ist witzig charakterisiert: Vater Willie ist dank Alf stets am Rande des Nervenzusammenbruchs, Mutter Kate versucht Alf zu erziehen, mit mässigem Erfolg. Dann gibt es noch Tochter Lynn und Sohn Brian. Zu den Nebenfiguren gehören etwa die neugierigen Nachbarn. Denn die Tanners müssen die Existenz von Alf zu seinem eigenen Schutz geheimhalten. Woraus die Serie viel Komik bezieht.

Aber natürlich ist es vor allem Alf selber, der für die Lacher sorgt. Trotz seines Alters von 230 Jahren ist er ein ewiges Kind. Und somit bestens geeignet, die spiessbürgerlich geordnete Erwachsenenwelt immer wieder anarchistisch zu unterwandern. Dies begeistert die jungen Zuschauer und lässt die erwachsenen selbstironisch schmunzeln. Heute noch genauso wie damals.

 

Arno Renggli

arno.renggli@luzernerzeitung.ch

Hinweis

Alf, jeweils vier Folgen am Stück immer freitags, 22 Uhr, Super-RTL.


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