Buchmesse im Zeichen der Meinungsfreiheit

FRANKFURT ⋅ Mit einem Bekenntnis zur Meinungsfreiheit und der Warnung vor Nationalismus und Intoleranz in Europa hat am Dienstag die 68. Frankfurter Buchmesse begonnen. Gleich zwei gekrönte Häupter kamen zur Eröffnung: Philippe von Belgien und Willem-Alexander der Niederlande

18. Oktober 2016, 18:46

"Es gilt, unser europäisches Gesellschaftsmodell gegen die Feinde der Freiheit zu verteidigen", sagte EU-Parlamentspräsident Martin Schulz (SPD) bei der Eröffnungsfeier am Abend. Er forderte einen "Aufstand der Anständigen" gegen den wachsenden Populismus in Europa.

Schulz erklärte sich zugleich solidarisch mit einem Aufruf der deutschen Buchbranche zur Freilassung aller in der Türkei inhaftierten Autoren und Journalisten. "Lassen Sie diese Leute frei", appellierte er an die türkische Regierung und Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan.

Royaler Besuch

An der Eröffnungsfeier vom Dienstag nahmen auch die Könige Philippe von Belgien und Willem-Alexander der Niederlande teil. Flandern und die Niederlande sind in diesem Jahr Ehrengast der Messe. Der Auftritt des Ehrengastes Niederlande und Flandern, die einen gemeinsamen Sprach- und Kulturraum teilen, steht unter dem Motto "Dies ist, was wir teilen".

In einem Sonderwagen der niederländischen Bahn fuhren am Dienstagmorgen mehrere Dutzend Autoren, Verleger und die Kulturministerin Jet Bussemaker aus Amsterdam nach Frankfurt. Zur Reisegesellschaft gehörten unter anderem die Bestsellerautoren Leon de Winter, Jessica Durlacher, Connie Palmen und Tommy Wieringa.

150 Schweizer Aussteller

Zur weltgrössten Buchmesse werden bis Sonntag mehr als 7000 Aussteller aus rund 100 Ländern erwartet. Aus der Schweiz haben sich 150 Aussteller angemeldet. Rund um die Messe wird es um die 4000 Veranstaltungen mit etwa 600 Autoren geben. Auf dem Programm stehen auch Lesungen mit den fünf Nominierten für den Schweizer Buchpreis Christian Kracht, Michelle Steinbeck, Charles Lewinsky, Christoph Höhtker und Sacha Batthyany. Insgesamt rechnen die Organisatoren mit rund 300'000 Besuchern. (sda/dpa)


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