Ein Sänger mit Meinung

16. April 2017, 09:37

Konstantin Wecker kam am 1. Juni 1947 in München auf die Welt – als einziges Kind von Dorothea und Alexander Wecker, einem Opernsänger. Früh lernte er Klavier, Geige und Gitarre zu spielen. Er war Solist im Kinderchor und sang auch zu Hause mit seinem Vater. Ab 1968 machte er sich zunächst in der Kleinkunstszene einen Namen, war Mitbegründer einer Rock-Soul-Band und ging mit der deutschen Version von «Jesus Christ Superstar» auf Tournee. Als Schauspieler wirkte Wecker von 1972 bis 1974 in Sexfilmen mit. Einem breiten Publikum bekannt wurde er als Pianist, Sänger und Liedermacher. Die Ballade «Willy» (1977), die Rechtsradikalismus zum Thema macht, wurde schnell Kult.

Wecker arbeitete während seiner nun 50-jährigen Karriere immer wieder mit internationalen Künstlern zusammen wie Joan Baez, Mercedes Sosa oder Charlie Mariano. Er komponierte Musicals und Filmmusiken, spielte in Fernseh- und Kinofilmen mit, schrieb Bücher und engagierte sich in der Friedensbewegung. 2003 führte ihn eine zehntägige Reise mit der Gesellschaft «Kultur des Friedens» in den Irak – er gab Konzerte in Bagdad und trat im gleichen Jahr auch in der Türkei, in Ankara, auf.

Das Gefängnis rettet ihn vor dem Kokain

In den 1990er-Jahren kämpfte Wecker schwer mit seiner Kokainsucht. Nach eigener Aussage konsumierte er von 1994 bis zu seiner Verhaftung am 29. November 1995 täglich Kokain und litt an Wahnvorstellungen. In seinem 1993 erschienenen Roman «Uferlos» thematisierte er das Thema Drogen bereits deutlich. In der Rückschau sagt Wecker, dass die Wochen in Untersuchungshaft Ende 1995 ihm das Leben gerettet haben. Konstantin Wecker heiratete 1996 in zweiter Ehe Annik Berlin und bekam mit ihr die Söhne Valentin (1997) und Tamino (1999). Sein künstlerisches Werk umfasst bis dato über 2500 Konzerte, 25 Studio- und 17 Live-Alben, 52 Film- und Fernsehmusiken, 28 Musicals und 12 Bühnenmusiken.

Morgen, 17. April, erscheint seine Biografie «Das ganze schrecklich schöne Leben». Mitte Mai folgt die CD «Poe­sie und Widerstand» mit alten und neuen Liedern sowie mit, in limitierter Box, zusätzlichen Aufnahmen von Wecker als Knabensopran, Pianist und Filmkomponist. Weckers Tournee rund um den 70. Geburtstag führt den Liedermacher auch mehrmals in die Schweiz. (sh)

Hinweis

www.wecker.de


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