Palmen mag Frauen, die nicht leben wollen

BUCHMESSE-SPLITTER ⋅ Die niederländische Autorin Connie Palmen hat eine literarische Faszination für Frauen, die sich selbst töten. "Die Lust zu verschwinden fasziniert mich. Überhaupt Selbstmord fasziniert mich", sagte sie am Mittwoch auf der Frankfurter Buchmesse.

19. Oktober 2016, 17:42

Und weiter: "Aber auch dass es eine Lust, eine Sehnsucht, eine Fantasie ist, dass man nicht mehr da ist. Es sind immer sehr intelligente Frauen, die die ganze Welt betrügen, die Selbstmord begehen."

In ihrem jüngsten Roman "Du sagst es" beschäftigt sie sich mit dem berühmtesten Liebespaar der modernen Literatur, Sylvia Plath und Ted Hughes - Plath nahm sich im Alter von 30 Jahren das Leben. Aktuell beschäftigt sich Palmen mit Marylin Monroe, die nur 36 wurde.

In "Du sagst es" erzählt Palmen die Geschichte erstmals aus der Perspektive von Hughes, der oft für Plaths Tod verantwortlich gemacht wurde, während Plath zur Märtyrerin der Frauenbewegung stilisiert wurde. "Ich war auch ein bisschen verliebt in ihn", gestand Palmen. "Er hatte alles."

Sie selber liebt auch destruktiv

Sie erlebe die Liebe auch so neurotisch und absolut, wie sich das Autoren-Ehepaar geliebt habe. "Es ist eine Krankheit, so wie ich symbiotisch zu lieben, das ist nicht gut, das ist ungesund und man braucht sehr viel Zeit dazu."

Indes möge sie das "Auflösen in der Liebe", das Verschwinden. "Das ganze Leben ist so konservativ, dass man sich selbst gesund hält und Müsli isst und Sport treibt, um sich selbst zu erhalten, das widert mich an." (sda/dpa)


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