Exotische Kammermusik im Museum Rosengart

LUZERN ⋅ Avi Avital und sein Trio sorgten für ein beeindruckendes Saisonfinale.
09. Mai 2017, 07:46

Dass in Pablo Picassos Werken die Mandoline immer wieder auf verschiedenste Weise zu entdecken ist, gab dem Konzert der Gesellschaft für Kammermusik im Museum Rosengart besonderen Reiz. Denn ein unbestrittener Künstler auf der Mandoline, Avi Avital, der schon letztes Jahr mit Vivaldi begeistert hatte, trat nun mit seinem Trio auf und lockte die Zuhörer am Sonntag im ausverkauften Museumssaal in fremde Musikwelten. Weisen aus Bulgarien, Rumänien und der Türkei, die kontrastreich mit melancholischen Melodien und tänzerischer Rhythmik bestachen, zeigten malerische Klangvielfalt.

Avi Avital bildete mit Uri Sharlin am Akkordeon und Itamar Doari, Percussion, ein ausdrucksstarkes Ensemble, dem der Übergang von Klassik zu Volkslied und zu Eigenkompositionen mühelos gelang. Wie die Mandoline in der Allemande aus Johann Sebastian Bachs Partita ­d-Moll sanft und dynamisch fein abgestuft erklang, so virtuos und rhythmisch vielfältig passte sie sich den variablen Akkordeonklängen und der Schlagkraft des Perkussionisten an. Itamar Doari spielte in einer atemberaubenden Soloperformance seine Durbaka (einfellige Bechertrommel) mit solcher Fingerfertigkeit, dass einem ob der Schnelligkeit schier schwindlig werden konnte.

Und er gab im Trio die verzahnten, wechselnden Rhythmen vor, die aber ebenso spielerisch von Akkordeon und Mandoline aufgenommen wurden. Das Zusammenspiel voller Leidenschaft mit Leib und Seele ging unter die Haut, überraschte mit immer neuen Klangvariationen und war im Rahmen der Kammermusikkonzerte ein beeindruckendes Saisonfinale. (gn)

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