Sunrise-Avenue-Sänger: «Ich bin kein Klischee-Finne»

POP ⋅ Samu Haber von Sunrise Avenue über das fünfte Album «Heartbreak Century», weshalb ihn seine finnischen Bandkameraden Pussy nennen und Ferien in der Schweiz.
07. Oktober 2017, 04:39

Interview: Reinhold Hönle

 

Samu Haber, vor drei Jahren machte die Trennung von Sunrise Avenue Schlagzeilen. Eine Falschmeldung, damit sich die CD besser verkaufte?

Nein, da hat jemand anders einen Fehler gemacht. Ich glaube, ich hatte diesem Radio-Girl aus Leipzig gesagt, dass wir eine ­Pause einlegen würden. Sie hat «break» wohl absichtlich mit Trennung übersetzt, um auf ihrer Website mehr Klicks zu gene­rieren.

Wie kamen Sie auf den ­Namen des Albums?

Lange war es bei mir als «Sunrise Avenue Album 5» abgespeichert, was wirklich langweilig war. Dann fand ich den Titel des Lieds «Heartbreak Century» cool, weil er reflektiert, dass die Leute immer rastloser nach Glück streben.

Was für Herzschmerzen haben Sie?

Manchmal bin ich sehr gestresst, meine Tage sind sehr lang, oder ich bin weit weg von zu Hause. Trotzdem bin ich momentan ­zufrieden, zumal diese Belastung nur temporär besteht.

Sind Sie ein typischer Finne?

Mein Urgrossvater war Deutscher, ich habe auch russisches Blut sowie spanische Gewohnheiten angenommen, als ich dort lebte. Deswegen fühle ich mich mehr als Europäer denn als ­Klischee-Finne. Ich verliere ­immer, wenn wir einen Sauna-Wettkampf haben, oder werde von den Kollegen als Pussy bezeichnet, wenn ich mich auf die untere Bank setze. Auch vertrage ich für einen Finnen nicht viel Alkohol.

Welches war der erste Luxus, den Sie sich nach Ihrem Durchbruch leisteten?

Ich liebe Autos! Nachdem ich unseren Plattenvertrag unterschrieben hatte, wollte ich mir einen Mini-Cooper kaufen. Nach einer Viertelstunde in der Autohandlung war daraus ein BMW Coupé mit Nummernschild SRA1 geworden. Eine blöde Idee, da es einige eifersüchtige Leute mit Steinen und Eiern bewarfen, als sie hörten, dass es für «Sunrise Avenue One» stand.

Wie hat sich Ihr Umgang mit dem Erfolg verändert?

Am Anfang war alles neu, und ich begriff gar nicht, dass er Realität ist. Ich befürchtete, dass er plötzlich wieder vorbei ist. Das könnte zwar immer noch passieren, doch ich habe keine Angst mehr davor, da ich das Alltägliche nun ebenfalls zu schätzen weiss. Zu dieser Erkenntnis zu kommen war für mich ziemlich strapaziös.

Was tun Sie, falls Sie im November und März in Zürich freie Zeit haben?

Wenn es die Verhältnisse erlauben, würde ich Snowboarden ­gehen. Auf Tournee geht es tagsüber darum, Energie zu sparen, um abends auf der Bühne explodieren zu können. So lese ich viel, höre Musik.

Machen Sie in der Schweiz Winterferien?

Nicht nur, ich war schon oft im Sommer hier. Der Vierwaldstättersee und Zürichsee sind fantastisch, um für einen Tagesausflug ein Boot zu mieten.

Sunrise Avenue: «Heartbreak Century», Universal Music. Konzert: 20.11. Zürich X-tra (ausverkauft), 14.3. Zürich Hallenstadion. TV: «The Voice Of Germany», ab 19.10. 20.15 Uhr, ProSieben

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