Übrigens

Kurioses im Strassenverkehr: Kuh am Steuer

Unser Kulturredaktor Urs Mattenberger über zwei Streithennen und deren Parkplatzproblem.
12. Juni 2017, 05:00

Ich ahnte immer schon: Abwechselnd auf beiden Seiten angebrachte Parkplätze, die Autofahrer zum Slalomfahren zwingen, beruhigen nicht nur den Verkehr, sondern gefährden ihn auch. Genau so kürzlich auf der Libellenstrasse in Luzern.

Dass sich da mehrere Fahrzeuge mitten auf der Fahrbahn nicht vor, sondern neben den Parkplätzen stauten, liess gar an einen Unfall denken. Aber als ich mich auf dem Velo vorsichtig voranschlängelte, geriet ich mitten auf eine Theaterbühne.

Auf ihr standen sich zwei Wagen bedrohlich Schnauze an Schnauze gegenüber. Daneben warfen sich die beiden Fahrerinnen in Kampfpose und deckten sich mit Schimpftiraden ein. «Sie händ jo kei Ahnig, wie d’Vortrittsregle sind», keifte die eine. Und die andere gab wutschnaubend zurück: «Und Sie chönned überhaupt ned Auto fahre, Sie Chue!»

Männer wären jetzt vielleicht handgreiflich geworden. Frauen reagieren dafür umso härter verbal auf Beleidigungen, wie eine Studie in England ergab. Das sei kein Zeichen der Emanzipation: Es könnte «dafür sprechen, dass sich Frauen öfter unterlegen fühlen» und «ihre Machtposition durch unmissverständliche Schimpfwörter zu verbessern suchen».

Als die Streithennen die Autotüren zugeknallt hatten, war ich ausser Sichtweite. Eigentlich schade. Denn sollte der Best­seller-Titel stimmen, wonach Frauen nicht einparken können, hätte diese Kolumne vielleicht auch noch eine Schlusspointe.

Urs Mattenberger, Kulturredaktor

urs.Mattenberger@luzernerzeitung.ch

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