Jon Stewart sagt der "Daily Show" Goodbye

COMEDY ⋅ Jay Leno ist im Ruhestand, David Letterman geht bald in Rente. Jetzt kündigt der nächste legendäre US-Moderator seinen Abschied an. Der 52-jährige Politkomiker Jon Stewart verlässt nach 16 Jahren seine "Daily Show" - und kann seine Tränen kaum verbergen.

Den Abgang Stewarts kündigte der Sender Comedy Central am Dienstag (Ortszeit) an. "Mein Herz sagt mir, es ist Zeit, dass ein Anderer die Chance bekommt", sagte Stewart wenige Stunde nach der Bekanntgabe in seiner Show. Wann er die letzte Ausgabe moderieren wird, stünde noch nicht fest. "Es könnte im Dezember oder auch im Juli sein".

Es ist der dritte Abgang eines TV-Schwergewichts innerhalb eines Jahres, den die US-Fernsehzuschauer verkraften müssen. Unter Tränen verabschiedete sich im vorigen Februar Jay Leno (64) nach 22 Jahren aus der "Tonight Show", der erfolgreichsten Talkshow der Welt. In drei Monaten sagt David Letterman dann "Goodbye". Der 67-Jährige beendet nach über 6000 Ausgaben seine Karriere bei der "Late Show" und dem Vorgänger "Late Night".

Stewart moderiert die "Daily Show" seit 1999 und bekam dafür bislang 13 Emmys. "Ich werde es vermissen, jeden Tag hier herzukommen. Ich liebe die Leute", meinte der Politkomiker am Dienstagabend und zeigte sich den Tränen nahe. "Was ist das für eine Flüssigkeit? Was sind das für Gefühle?".

1,5 Millionen Zuschauer täglich

Für den Sender Comedy Central ist Stewarts Abschied ein Verlust. Täglich erreicht der Nischensender rund 1,5 Millionen Zuschauer mit seiner satirischen Nachrichtensendung, deren Konzept in Deutschland von der "heute-show" im ZDF übernommen wurde.

Wie es nach dem Abgang des Moderators mit dem Format weitergeht, ist noch nicht bekannt. Er selbst habe noch keine konkreten Pläne, aber viele Ideen, sagt Stewart. "Ich werde wochentags mit meiner Familie Abendessen. Ich habe über mehrere Quellen gehört, dass dies ganz entzückende Menschen sind."

Auf Twitter bedankte sich Comedy Central für Stewarts Einsatz. Er sei ein "Komiker-Genie" mit einer einzigartigen Vision. Über die Gründe seines Ausstiegs wurde zunächst nichts bekannt.

Stewart hatte 2013 ein mehrmonatige Auszeit genommen, um den Film "Rosewater" zu drehen. Das Polit-Drama mit Hauptdarsteller Gael Garcia Bernal erzählt die wahre Geschichte des kanadisch-iranischen Journalisten Maziar Bahari, der 2009 wegen Spionagevorwürfen vier Monate in einem iranischen Gefängnis verbrachte. (sda/dpa)


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