Urs Bischofs Ausstellung «Lebens-Gedanken» im Parkhotel

ZUG ⋅ Urs Bischof stellt bis Ende Januar seine Werke in der Lobby des Parkhotels aus. Und er verrät, warum ihn der Gedanke an 9/11 immer wieder melancholisch werden lässt.
05. Dezember 2017, 07:21

Am vergangenen Sonntagnachmittag startete mit der Vernissage in der Lobby des Parkhotels in Zug Urs Bischofs Ausstellung «Lebens-Gedanken», die noch bis Ende Januar zu sehen ist. Die Gedanken des Zugers sind sehr mannigfaltig, wie die präsentierten Werke illustrieren. Waren es einst vor allem Schmuckstücke, die der 70-Jährige herstellte, sind es heute fast nur noch Skulpturen – kleine und grosse.

Die grossen Werke stehen prominent in Gebäuden – zum Beispiel in einer Filiale der Zürcher Kantonalbank – und auf Plätzen, wie beispielsweise das Werk «insieme» im Kreisel Talacher.

Figuren aus Gold

Er würde sich freuen, wenn er mit einem der Werke in den persönlichen Lebensraum treten dürfte, warb Bischof für seine Kostbarkeiten. «Ob in eurer Wohnung oder im Büro, einfach da, wo ihr mich vertragt.»

Es sind einige Objekte, die den Besuchern der Vernissage gefallen und die sie auch «sehr gut vertragen würden», zeigt eine kleine Umfrage. Im Mittelpunkt von Bischofs Kunstwerken stehen oft Figuren aus Gelbgold. Männlein wie Weiblein sitzen, stehen oder liegen in einer Umgebung, die so einzigartig ist, wie sie es selber sind. Denn Bischof platziert seine Menschen auf Meteoriten, versteinertem Holz oder verschiedenförmigem und verschiedenem Holz und Quarz, um nur einige zu nennen.

«Melancholie» heisst das Werk mit dem goldenen Mann, der auf einem Stein aus Mallorca sitzt, mit dem Bischof für unser Bild posiert. «Melancholie ist positiv wie negativ», sagt der Zuger. «Sie gehört zum Leben.» Und was erinnert ihn an die Melancholie? «Ich habe für einen New Yorker, den ich in Zug kennen gelernt habe, eine etwa zwei Meter hohe Bronze-Plastik für den Büroeingang gemacht. Und zwar mit zwei Händen, die mich sehr an mein grosses Vorbild – meinen Vater – erinnern. Denn dieser liebte Hände, die sich auch in seinen Werken vielfach niederschlugen.» Das Büro des Anwalts habe acht Stockwerke unter dem Einschlag eines der Flugzeuge von 9/11 gelegen, und seine Bronze-Plastik sei zusammen mit dem World Trade Center ebenfalls zerstört worden, führt Bischof mit leiser Stimme aus. «Und dabei ist Bronze doch ein unzerstörbares Material, das für die Ewigkeit gemacht ist.»

Höchst erstaunlich sei, dass Urs Bischof mit seinen Werken in Zug kaum vertreten ist, bemerkt eine Besucherin der Vernissage, die für den Engel mit dem Mosaik aus 6000 Stücken schwärmt.

In der Tat arbeitet Bischof seit Jahrzehnten in der Stadt Zug und ist dort als Künstler nicht sichtbar. Dies im Gegensatz zu Ägeri, wo er mit drei grossen Werken prominent vertreten ist.

Charly Keiser

charly.keiser@zugerzeitung.ch

Hinweis

Die Ausstellung «Lebens-Gedanken» ist noch bis 28. Januar in der Lobby des Parkhotels zu sehen. Infos unter: www.ursbischof.ch

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