Mythos General Suworow im Forum Schweizer Geschichte

AUSSTELLUNG ⋅ 1799 ist der General Suworow im Auftrag des russischen Zaren über die Schweizer Alpen gezogen, um Frankreich zu besiegen. Das Forum Schweizer Geschichte in Schwyz widmet nun dem dramatischen Marsch eine Ausstellung.
12. April 2018, 15:15

Der Marsch des Russen Alexander Suworow mit rund 21'000 Mann führte von Lugano aus über den Gotthard, durch die Schöllenenschlucht, über den Chinzig-Pass, durchs Muotathal über den Pragel- und am Schluss über den verschneiten Panixerpass.

Gesandt hatte ihn der russische Zar - mit dem Ziel, die Franzosen zu besiegen. Es war die Zeit der Französischen Revolution in Europa, es herrschte politischer Umbruch. Und die Schweiz wurde zum Kriegsschauplatz zwischen dem revolutionären Frankreich und den europäischen Monarchien.

Die Strapazen des Feldzugs überlebten rund 5000 Soldaten. Auch die Bevölkerung in den Bergtälern litt unter den vielen fremden Soldaten. Knapp 220 Jahre später zeigt das Forum Schweizer Geschichte in Schwyz genau diese Widrigkeiten auf und erzählt vom kühnsten Weg durchs Gebirge und von der Schweiz im Umbruch zum modernen Staat, wie das Museum in einer Medienmitteilung zur Ausstellung schreibt.

Die Ausstellung zeigt die verschiedenen Stationen des Feldzugs. Angefangen mit der Lagebesprechung, folgt das Spektakel in Lugano, als Suworows Armee aus den unterschiedlichen Teilen des russischen Zarenreichs im benachbarten Taverne ihr Lager aufstellt. Proviant, Munition und Maultiere sollten für sie bereit stehen, doch die Versorgung stockt.

"Gotthard" heisst die nächste Station, wo der Kampf mit den Franzosen zunächst bei Airolo, dann in der Tremola und auch der harte Abstieg ins Urserental bis zum Kampf bei der Teufelsbrücke zu sehen ist. In einer Vitrine liegen eine Reiseapotheke, ein chirurgisches Etui, sowie Operationszange für die Entfernung von Kugeln.

Die Ausstellung zeigt aber auch die Schlacht von Zürich und in diesem Zusammenhang einen Schädel mit Schussverletzung. Der Rundgang geht weiter mit der Bezwingung drei hoher Pässe und zeigt, wie Suworow und seine Soldaten nach 21 Tagen schliesslich Maienfeld erreichen. Dann steht ihnen die grösste Herausforderung bevor: der 24 Meter hohe, verschneite Panixerpass. Ausgestellt sind auch russische Uniformen aus dieser Zeit.

Ein Teil der Ausstellung widmet sich der Nahrung. Denn die wenigen Vorräte, welche die Bewohner in den abgelegenen Dörfern und Tälern hatten, waren weg, noch bevor der Winter begann. Auch Heu und Getreide beschlagnahmten die Soldaten, das Vieh der Bauern verhungerte, Häuser wurden angezündet.

Am Schluss blieb Suworow und seinen Soldaten nur der Rückzug über Österreich nach Russland übrig. Der als unbesiegbar gegoltene General wurde vom Zaren nicht empfangen und starb vereinsamt in der Nähe von Moskau. Erst nach seinem Tode wurde er zum russischen Helden. Seither lebt der Mythos - vom 14. April bis am 30. September nun auch im Forum Schweizer Geschichte in Schwyz.

www.forumschwyz.ch (sda)


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