Piano-Festival stimmt auf das Debussy-Gedenkjahr 2018 ein

LUZERN ⋅ Das Luzerner Piano-Festival, das am 18. November startet, widmet einen Tag Claude Debussy, dessen Todestag sich 2018 zum 100. Mal jährt. An den anderen Festivaltagen stehen weitere grosse Komponisten der klassischen Pianomusik sowie Abschweifungen zum Jazz auf dem Programm.
10. November 2017, 14:36

An den neun Tagen des Herbstanlasses von Lucerne Festival haben Tastenkünstler von Weltruf wie auch kommende Stars Gelegenheit zu zeigen, was sie aus den 52 weissen und 36 schwarzen Tasten herausholen können. Festival-Intendant Michael Haefliger verspricht im Programmheft eine "enorme Bandbreite der Anschlagstechniken, Spielarten und Interpretationen".

Eröffnet wird das Piano-Festival von einer Legende, von Martha Argerich. Die aus Argentinien stammende Pianistin wird ihr Lieblingskonzert spielen, Robert Schumanns Klavierkonzert in a-Moll. Begleitet wird sie von der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen.

Wunschkonzert mit Fantasien

Nach Argerich werden weitere Pianistinnen im Konzertsaal des KKL Luzern in die Tasten greifen. Gabriela Montero wird neben Werken von Robert Schumann und Dmitri Schostakowitsch auch "Childern's Songs" des Jazz-Pianisten Chick Corea spielen. Ihr Rezital abschliessen wird die Venezolanerin mit ihrem Markenzeichen, Improvisationen auf vom Publikum gewünschten Melodien.

Doppelte Virtuosität erwartet werden kann beim Auftritt von Güher und Süher Pekinel. Legendär sind die eineiigen Zwillinge, die von sich selbst sagen, dass sie sehr verschieden seien, für ihr Zusammenspiel, bei dem sie auf jeden Augenkontakt verzichten.

Zwei Generationen russischer Pianisten

Nach einem Unterbruch von vier Jahren kehrt der 46-jährige russische Meisterpianist Evgeny Kissin nach Luzern zurück. Sein erstes grosses Rezital im KKL spielen wird der um 20 Jahre jüngere Russe Daniil Trifonov, ein Star unter den jungen Pianisten. Trifonov stellt in seiner Solo-Darbietung Frédéric Chopin ins Zentrum.

Der norwegische Pianist Leif Ove Andsnes spielt an seinem Rezital unbekanntere Klavierstücke des Finnen Jean Sibelius. Abgeschlossen wird der Konzertreigen mit den Festival Strings Lucerne und dem polnischen Pianisten Piotr Anderszewski, der je ein Klavierkonzert von Wolfgang Amadé Mozart und Joseph Haydn interpretieren wird.

Auch in diesem Jahr setzt Lucerne Festival mit dem "Tastentag" einen thematischen Schwerpunkt. Der 19. November wird mit drei Rezitals (Kit Armstrong, Sophie Pacini, Yuliaana Avdeeva) und einer Vorlesung (Martin Meyer) Claude Debussy gewidmet. Der Franzose, der der Klaviermusik zu neuen Ausdrucksmöglichkeiten verholfen hat, gilt als Bindeglied zwischen der Romantik und der Moderne.

Drei Debuts

Drei jüngere Pianisten - Christopher Park, Aglaia Graf und Beatrice Rana - werden im intimen Rahmen der Debut-Reihe zu hören sein. Sie werden jeweils zur Mittagszeit in der Lukas-Kirche ihren Einstand bei Lucerne Festival geben.

Lucerne Festival erinnert zudem mit einer Hommage an den 2014 verstorbenen Maestro Claudio Abbado. Als Schweizer Erstaufführung wird unter Mitwirkung der Sopranistin Rinnat Moriah und des Pianisten Jean-Frédéric Neuburger "Alavò" von Vito Žuraj gespielt. Žuraj war 2016 mit dem Claudio-Abbado-Kompositionspreis ausgezeichnet worden.

Auch dieses Jahr bietet das Festival den Besuchern die Möglichkeit, nicht nur klassische Musik im Konzertsaal, sondern auch jazzige Piano-Musik in der Hotelbar zu geniessen. Am späteren Abend des 25. Novembers holt Lucerne Festival ferner den Jazz ins KKL. Andreas Schaerers Hildegard Lernt Fliegen und das Orchester der Lucerne Festival Alumni werden dort "The Big Wig" spielen. (sda)

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