33 Tote nach Grubenunglück in Donezk

MINENUNGLÜCK ⋅ Die Ukraine hat am Donnerstag um die Opfer des Grubenunglücks nahe der ostukrainischen Separatistenhochburg Donezk getrauert. Nach der Explosion seien inzwischen die Leichen von 33 Bergmännern geborgen worden, teilten die örtlichen prorussischen Behörden mit.

05. März 2015, 20:59

Auslöser des Unglücks war offenbar eine Methangasexplosion. Zum Gedenken an die Opfer hatte der ukrainische Präsident Petro Poroschenko für Donnerstag Staatstrauer angeordnet. Nach der Tragödie im Kohlebergwerk Sasjadko in der Nähe des zerbombten Flughafens von Donezk waren am Mittwoch bereits 32 Leichen geborgen worden, der letzte vermisste Kumpel wurde dann am Donnerstag gefunden.

In dem Bergwerk in der Rebellenhochburg Donezk wurde trotz der Kämpfe zwischen prorussischen Separatisten und Regierungstruppen stets weitergearbeitet. Die Mine, in der sich bereits mehrere schwere Unfälle ereigneten, hat rund 10'000 Beschäftigte.

Der erbitterte Konflikt zwischen Kiew und den prorussischen Separatisten beeinträchtigte auch die Rettungsbemühungen - die Rebellen blockten Hilfe aus Kiew bei dem Sucheinsatz ab.

Kohleförderung eingestellt

Zum Zeitpunkt des Unglücks befanden sich mehr als 200 Bergarbeiter unter Tage. Die meisten konnten sich retten. Mehr als zehn Menschen wurden bei der Gasexplosion verletzt. Ein Behördensprecher sagte, die Kohlegrube Sasjadko, eine der grössten Minen der Ukraine, stelle die Förderung ein, bis die Ursache der Explosion untersucht sei.

In der Vergangenheit gab es in ukrainischen Kohlegruben immer wieder schwere Explosionen mit vielen Todesfällen. In den tiefen Kohleschächten bildet sich leicht hochexplosives Grubengas, ein kleiner Funke kann schon eine Katastrophe auslösen. Allein in Sasjadko kamen seit 1999 bei Unglücken mehr als 200 Menschen ums Leben. (sda/dpa)


Login


 

Anzeige: