Alle 150 Absturzopfer sind identifiziert

FLUGZEUGABSTURZ ⋅ Alle 150 Opfer des Germanwings-Unglücks sind rund zwei Monate nach dem Absturz eindeutig identifiziert, ihre Angehörigen informiert. Nun können die Toten beerdigt werden.

19. Mai 2015, 18:40

Der Staatsanwalt von Marseille hat die 150 Opfer des Germanwings-Absturzes zur Beerdigung freigegeben. Der für den Absturzort zuständige Gemeindepräsident von Prads-Haute-Bléone, Bernard Bartolini, habe die Leichenscheine für die Opfer ausgestellt, teilte Staatsanwalt Brice Robin am Dienstag in Marseille mit. Zuvor seien alle Opfer eindeutig identifiziert worden.

Damit können die Angehörigen ihre Toten bestatten. Die Germanwings-Mutter Lufthansa habe Kopien der Sterbeurkunden bekommen, um die Rückführung der Leichen zu ermöglichen.

Die Kommission zur Identifizierung der Opfer hatte laut Robin am vergangenen Freitag die Arbeit der DNA-Experten der französischen Gendarmerie bestätigt. Einem Polizeisprecher in Düsseldorf zufolge sollten die Angehörigen anschliessend aufgesucht und im Beisein von Seelsorgern über das Ergebnis informiert werden. Bei den Opfern aus Nordrhein-Westfalen sei dies bis auf einen Fall inzwischen geschehen.

Absichtlich zum Absturz gebracht

Der Airbus A320 der Lufthansa-Tochter war am 24. März auf dem Rückweg von Barcelona nach Düsseldorf in den französischen Alpen zerschellt. Wie die französische Untersuchungsbehörde Bea anhand der Flugschreiberdaten feststellte, hatte der 27 Jahre alte Copilot bewusst den tödlichen Sinkflug eingeleitet, während der Pilot nicht im Cockpit war. Bei dem Unglück starben alle 150 Menschen an Bord, unter ihnen 72 Deutsche und 51 Spanier.

Für die Identifizierung der Opfer waren von den zuständigen Experten ursprünglich zwei bis vier Monate kalkuliert worden. Bei den Arbeiten entnahm ein Team an der Einsatzzentrale in Seyne-les-Alpes Proben der im Absturzgebiet gefundenen Leichenteile.

Die DNA-Spuren wurden dann im Kriminalinstitut der Gendarmerie in Pontoise bei Paris ausgewertet. Für den Abgleich der Proben mit der DNA von Angehörigen wurden auch deutsche Experten herangezogen. (sda/dpa)


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