Die Polizei in Kanada vereitelt ein Blutbad

KANADA ⋅ Die kanadischen Behörden haben ein Blutbad in der Stadt Halifax verhindert. Wie die Polizei mitteilte, wollte ein 19-jähriger Kanadier zusammen mit einer jungen Frau aus den USA am Samstag zahlreiche Menschen töten und sich anschliessend selbst erschiessen.

14. Februar 2015, 05:39

Die Polizei nahm noch zwei mögliche Mittäter fest, schloss einen terroristischen Hintergrund aber aus. Die Behörden waren am Donnerstag auf die "ernste Bedrohung" aufmerksam geworden, wie die Polizei mitteilte.

Der 19-jährige Kanadier wurde demnach am Freitag in der Kleinstadt Timberlea am Stadtrand von Halifax tot in einer Wohnung aufgefunden. Die 23-jährige US-Bürgerin aus Geneva im Bundesstaat Illinois sei kurz darauf zusammen mit einem 20-jährigen Mann am Flughafen von Halifax festgenommen worden. Ein vierter Verdächtiger, ein 17-Jähriger aus der Ortschaft Cole Harbour, wurde ebenfalls am Freitag festgenommen.

Es handle sich um "eine Gruppe von Einzelpersonen", die sich darüber einig gewesen seien, ein "schreckliches" Verbrechen zu begehen und sich dann selbst zu töten, sagte Polizeichef Brian Brennan. Die Verdächtigen hätten "Zugang zu Schusswaffen" gehabt, teilte die Polizei mit, die Waffen und Geld beschlagnahmte.

Einkaufszentrum als mögliches Ziel

Es habe ein "erheblicher Verlust an Menschenleben" gedroht, sagte Brennan. An welchem Ort das Blutbad angerichtet werden sollte und wo die Tat geplant wurde, teilte die Polizei nicht mit. Laut Medienangaben habe es sich beim Ziel um ein Einkaufszentrum gehandelt.

Die Ermittler gehen nach Angaben des Polizeichefs davon aus, dass sie alle Verdächtigen gefasst haben und keine Gefahr mehr besteht. Nach weiteren Verdächtigen werde momentan nicht gefahndet, sagte Brennan. Die Polizei gehe auch nicht von einem terroristischen Hintergrund aus.

Die Verdächtigen haben sich offenbar in einem Chat ausgetauscht. Sie sollen besessen gewesen sein von Tötungen und mehrere Bilder von Massentötungen besessen haben.

In Kanada hatten im Oktober zwei Islamisten bei zwei Angriffen zwei Soldaten getötet, einer der Angreifer drang zudem ins Parlament ein, wo ihn Sicherheitskräfte erschossen. Die Regierung will nun die Anti-Terror-Gesetze verschärfen. (sda/dpa)


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