EU-Fördergelder für das Fenster von morgen

Das Fenster der Zukunft ist viel dünner als heutige Doppelglasfenster, isoliert viel besser und verdunkelt sich bei Sonnenschein von selbst. Empa-Forscher Matthias Koebel hat für sein Projekt "Winsmart" 670'000 Franken EU-Fördergelder erhalten.
30. August 2012, 19:20

Zürich. Herkömmliche doppelverglaste Fenster bestehen aus zwei Scheiben und einem Aluminiumrahmen. Der Hohlraum zwischen den Scheiben ist rund 1,5 bis 2 Zentimeter tief. Er ist mit Silikon abgedichtet und mit Gas gefüllt, das die Wärmeübertragung verhindert.

Das "intelligente Fenster der Zukunft" ist rund dreimal dünner, isoliert aber zwei- bis dreimal besser, wie die Empa am Donnerstag mitteilte. Koebel habe mit seinem Projekt 21 Konkurrenten um EU-Fördergelder ausgestochen.

Das "Winsmart"-Fenster besteht aus einer neuartigen Vakuum-Isolierverglasung. Die Scheiben haben nur rund 0,2 bis 0,7 Millimeter Abstand. Dazwischen ist ein Hochvakuum.

Anstelle des dafür ungeeigneten Alurahmens wird das Doppelglas in einem inzwischen patentierten Verfahren in eine Vakuumkammer gefahren, in der eine flüssige Zinnlegierung als Rahmen in den Randbereich zwischen die Scheiben gespritzt wird. Dieser Rahmen wird für kurze Zeit einer elektrischen Spannung ausgesetzt. Nun ist das Fenster bis zu 30 Jahre lang luftdicht.

Zudem forscht Koebel an so genannt schaltbaren Gläsern. Eine besondere Beschichtung der Scheiben soll in der Zukunft ermöglichen, dass die Gläser das einfallende Sonnenlicht messen und sich bei Bedarf selbst verdunkeln beziehungsweise aufhellen. (sda)

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