Für Raumfahrer hat ein Jahr im All begonnen

RAUMFAHRT ⋅ Zur längsten Mission auf der Internationalen Raumstation sind zwei Raumfahrer am Samstagmorgen auf der ISS eingetroffen. Der Amerikaner Scott Kelly und der Russe Michail Kornijenko sollen ein ganzes Jahr auf dem Aussenposten der Menschheit arbeiten.

28. März 2015, 03:59

Das ist doppelt so lange wie üblich. Die beiden waren in der Nacht mit einer Sojus-Kapsel vom Weltraumbahnhof Baikonur in der kasachischen Steppe aus gestartet. Das Andockmanöver lief ohne Probleme, um 2.33 Uhr funkte die Nasa: "Kontakt: Die beiden sind angekommen!"

Ziel ihrer Langzeitmission ist, die psychischen und physischen Grenzen in der Schwerelosigkeit zu testen und damit wichtige medizinische und biologische Erkenntnisse für einen bemannten Flug zum Mars gewinnen. Mit einer solchen Reise, die voraussichtlich länger als ein Jahr dauern würde, rechnen Experten aber erst in vielen Jahren.

Der Rekord für den längsten Aufenthalt im All wird bislang von russischen Kosmonauten gehalten, die in den 90er Jahren bis zu 14 Monate an Bord der Raumstation Mir verbrachten. Kelly und Kornijenko werden aber eine neue Höchstmarke für die ISS aufstellen. Die beiden Astronauten sind Weltallveteranen und flogen schon zu mehreren Missionen in den Orbit. Auf der ISS hielten sie sich bereits jeweils rund sechs Monate auf.

Neben Kornijenko und Kelly war auch der russische Kosmonaut Gennadi Padalka mit an Bord des Raumschiffes. Er soll aber schon im September zur Erde zurückkehren. Derzeit arbeiten auf der ISS rund 400 Kilometer über der Erde eine Italienerin sowie ein Russe und ein US-Amerikaner.

Kelly ist für die Wissenschaftler besonders interessant, weil sein Zwillingsbruder Mark selbst erfahrener Astronaut ist. Der frühere Shuttle-Kommandant bleibt aber, quasi als Ein-Mann-Kontrollgruppe, auf der Erde zurück. Vom Vergleich der beiden 51-Jährigen mit den markanten Glatzen erhoffen sich die Wissenschaftler Erkenntnisse über das Verhalten des Menschen in Weltraum und Schwerelosigkeit. Mark Kellys Frau ist die frühere Kongressabgeordnete Gabrielle Giffords, die vor vier Jahren beim Attentat eines geistig Verwirrten schwer verletzt wurde. (sda/dpa/afp)


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