Hier sind die Menschen am glücklichsten

STUDIE ⋅ Norwegen ist einer Studie internationaler Experten zufolge das glücklichste Land der Welt. Dänemark – Seriensieger der letzten drei Jahre – muss sich in diesem Jahr mit dem zweiten Rang begnügen. Die Schweiz verpasst das Podest haarscharf.
20. März 2017, 14:14

Fast alle Top-Plätze gehen mit Norwegen, Dänemark, Island und Finnland nach Nordeuropa - dazwischen liegt auf Rang vier die Schweiz. Die Autoren des Weltglücksberichts wiesen am Montag jedoch darauf hin, die Unterschiede zwischen den glücklichsten vier Ländern seien so gering, dass sie statistisch nicht signifikant seien.

Auch in den Top-Ten sind die Niederlande, Kanada, Neuseeland, Australien und Schweden. Es folgen Israel, Costa Rica, Österreich, die USA, Irland, Deutschland, Belgien und Luxemburg.

Auf den letzten Plätzen liegen Ruanda (151), Syrien (152), Tansania (153), Burundi (154) und die Zentralafrikanische Republik (155). Auf dem afrikanischen Kontinent liegen die meisten Länder der 30 hinteren Ränge, zusammen mit Afghanistan, Haiti, der Ukraine und dem Jemen.

Zukunft abgesichert

Dass das ölreiche Norwegen trotz sinkender Ölpreise auf Platz eins aufstieg, führen die Autoren darauf zurück, dass das Land die Rohstoff-Einnahmen in die Zukunft investierte. Anders als andere ressourcenreiche Länder habe sich Norwegen von dem Boom unabhängig gemacht. Um damit erfolgreich zu sein, brauche es "ein hohes Mass an gegenseitigem Vertrauen, gemeinsame Ziele, Grosszügigkeit und gute Regierungsführung".

Die norwegische Ministerpräsidentin Erna Stolberg kommentierte den Spitzenplatz ihres Landes mit einem Scherz: "Viele Jahre lag Norwegen in dem Ranking hinter Dänemark. Ich habe das bei vielen Tischreden in den nordischen Ländern erwähnt - jetzt muss ich mir etwas Neues einfallen lassen", schrieb sie auf Facebook.

Die USA rutschten erneut nach hinten und setzten damit ihren Abwärtstrend fort. Als Ursache für die wachsende Unzufriedenheit in den USA nennt der Bericht mangelnde soziale Absicherung und Korruption - Bereiche, in denen die Top-Staaten gut abschneiden.

Auch Selbstwahrnehmung entscheidend

Für den Bericht haben internationale Forscher 155 Länder untersucht. Er verbindet unter anderem Länderdaten mit Befragungen über die Selbstwahrnehmung ihrer Bewohner. Die Rangliste berücksichtigt das Bruttoinlandprodukt pro Kopf, die durchschnittliche Lebenserwartung, die gefühlte Unterstützung aus dem eigenen sozialen Umfeld oder Vertrauen in Regierung und Unternehmen mit Blick auf Korruption.

Es geht auch um die von den Befragten empfundene Freiheit, grundlegende Entscheidungen für das eigene Leben treffen zu können, sowie die Grosszügigkeit der Befragten bei Spenden. Negative Faktoren wie Sorgen, Trauer und Wut spielen auch eine Rolle. Der diesjährige Bericht stützt sich auf Daten aus den Jahren 2014 bis 2016.

Fünfmal haben die Experten bisher den Weltglücksbericht vorgelegt. In den bisherigen Ausgaben hatte es die Schweiz im Jahr 2015 an die erste Stelle geschafft.

sda

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