Zug rast mit Tempo 603 zum Weltrekord

BAHN ⋅ Japan ist bekannt für seine Schnellzüge. Nun hat erstmals ein Zug der Hightech-Nation die magische Marke von 600 Kilometer pro Stunde durchbrochen. Die Magnetschwebebahn läutet damit eines neues Zeitalter ein.

21. April 2015, 13:42

Die japanische Magnetschwebebahn Maglev hat auf einer Teststrecke mit 603 Kilometer pro Stunde einen neuen Geschwindigkeitsweltrekord aufgestellt, wie die Bahngesellschaft Central Japan Railway (JR Tokai) am Dienstag bekanntgab.

Die Zugfahrt sei gerade beim superschnellen Tempo c gewesen, sagte der Leiter des Testzentrums in der Provinz Yamanashi, Kazuyasu Endo, zu Reportern. Der Magnetzug brach damit seinen erst vergangene Woche aufgestellten Rekord von 590 Kilometern pro Stunde.

Mit den Weltrekordversuchen wollte JR Tokai wichtige Daten wie zum Beispiel zum Luftwiderstand und zu Vibrationen sammeln, um die Technik und das Design der Züge weiter zu verbessern.

Die Magnetschwebebahn soll 2027 Tokio mit der zentraljapanischen Industriestadt Nagoya verbinden. Es wird erwartet, dass der Zug im Normalbetrieb höchstens 500 Kilometer pro Stunde schnell fahren wird. Die Regierung hatte der Bahngesellschaft JR Tokai vor einigen Monaten den Bau der geplanten Trasse zwischen Tokio und Nagoya erlaubt.

Schnelle Fahrt durch Tunnels

Bis zum Jahr 2045 soll die Strecke bis zur Millionenstadt Osaka ausgebaut werden. Damit verkürzt sich die Reisezeit zwischen Tokio und Nagoya auf weniger als die Hälfte auf nur 40 Minuten.

Der Shinkansen, Japans derzeit schnellster Zug, benötigt derzeit gut das Doppelte der Zeit. Der Grossteil der geplanten 286 Kilometer langen Strecke für die Magnetschwebebahn bis nach Nagoya soll durch Tunnel führen. Nicht zuletzt die zahlreichen Tunnelbauten führen zu den enormen Kosten, die auf fast 100 Milliarden Dollar veranschlagt werden.

Auch der jüngste Weltrekord wurde in einem Tunnel aufgestellt. Rund 10 Sekunden lang donnerte der Zug oberhalb der magischen Grenze von 600 Kilometern pro Stunde durch den Schacht. Hierzu setzte die Bahngesellschaft auf der westlich der Hauptstadt Tokio gelegenen Testanlage einen neuen Zug aus sieben Wagen der neuen LO-Serie ein. (sda/dpa)




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