Der Täter feuerte 14 Schüsse ab

TÖTUNGSDELIKT ⋅ Bei der Bluttat mit fünf Toten in Würenlingen AG hat der Täter 14 Schüsse abgefeuert. Der psychisch kranke Mann tötete seine Schwiegereltern, seinen Schwager und zufällig einen Nachbarn, bevor er sich selbst richtete. Das Tatmotiv steht nicht fest. Es gab jedoch einen Erbschaftsstreit.

15. Mai 2015, 11:15

Insgesamt zehn Schüsse hatte der 36-jährige Familienvater aus dem Kanton Schwyz im Haus der Schwiegereltern abgefeuert, wie die Aargauer Staatsanwaltschaft am Freitag mitteilte. Er tötete am Samstagabend zuerst seinen 57-jährigen Schwiegervater. Dieser hatte ihm die Türe geöffnet.

Danach erschoss er seinen 31-jährigen Schwager und seine 59-jährige Schwiegermutter. Die Staatsanwaltschaft stützt sich bei diesem Tatablauf auf die Erkenntnisse des kriminaltechnischen Dienstes.

Der Mann tötete das vierte Opfer, einen 45-jährigen Nachbarn, vor dem Haus. Dieser war im Garten gestanden. Die Vermutung, dass diese Tötung nicht geplant und der Täter seinem Opfer zufällig begegnet war, erhärtete sich, wie die Staatsanwaltschaft festhält.

Der Täter habe auf dem Kiesweg kurz innegehalten, auf den im Garten stehenden Nachbarn geschossen und sei ein paar Schritte weiter gegangen, bevor er sich selbst gerichtet habe.

Herkunft der Waffe und Tatmotiv unklar

Wie und wann der Schweizer mit türkischer Abstammung an die nicht registrierte Faustfeuerwaffe kam, weiss die Staatsanwaltschaft vorerst nicht. Auch das Motiv der Bluttat ist nicht klar.

Aufgrund der bisherigen Ermittlungen gesichert ist gemäss Staatsanwaltschaft lediglich, dass dem Tötungsdelikt Erbschaftsstreitigkeiten um einen grösseren Geldbetrag vorausgegangen waren.

Es sei noch «überhaupt nichts erhärtet», sagte Fiona Strebel, Mediensprecherin der Staatsanwaltschaft, auf Anfrage. Möglicherweise werde das Motiv nie restlos klar sein, weil man den Täter nicht mehr befragen könne.

Unterlagen werden ausgewertet

Die Ermittlungen zur Bluttat dauern an. Am Wohnort des Täters im Kanton Schwyz wurden bei einer Hausdurchsuchung Laptop, diverse Datenträger wie USB-Sticks sowie umfangreiche Korrespondenz sichergestellt. Die Auswertung der Unterlagen wird einige Zeit in Anspruch nehmen.

Die Staatsanwaltschaft erhofft sich von der Auswertung dieser Unterlagen weitere Erkenntnisse über das Tatmotiv. Offen sei die Frage, ob es vor der Tat Drohungen gegeben habe. Es sei davon auszugehen, dass der Täter seit längerem an einer psychischen Erkrankung gelitten habe.

Neun Tage vor Bluttat aus Klinik entlassen

Der 36-Jährige war neun Tage vor der Bluttat aus einer psychiatrischen Klinik im Kanton Thurgau entlassen worden. Er war am 24. März in die Klinik mit einer fürsorgerischen Unterbringung wegen Selbst- und Fremdgefährdung eingewiesen worden.

Die Kantonspolizei Schwyz hatte am 24. März in der Wohnung des Täters eine Hausdurchsuchung gemacht. Es wurden keine Waffen sichergestellt. Auch bei einer Durchsuchung im März 2012 waren keine Waffen gefunden worden.

Die Aargauer Staatsanwaltschaft führt ein Strafverfahren wegen mehrfacher Tötung. Sie geht davon aus, dass das Verfahren letztlich eingestellt werden dürfte, weil der Täter nicht mehr lebt.

sda

Was die Behörden zum Täter in Würenlingen sagen. Der Mann hat in der kleinen aargauischen Gemeinde vier Familienmitglieder und dann sich selbst erschossen. Er soll kurz zuvor aus einer psychiatrishen Klinik entlassen worden sein. (Tele 1, 12. Mai 2015)

Was die Behörden zum Täter in Würenlingen sagen. Der Mann hat in der kleinen aargauischen Gemeinde vier Familienmitglieder und dann sich selbst erschossen. Er soll kurz zuvor aus einer psychiatrishen Klinik entlassen worden sein. (Tele 1, 12. Mai 2015)




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