Schutzbrillen sind vielerorts ausverkauft

SONNENFINSTERNIS ⋅ Wer für die partielle Sonnenfinsternis am Freitag noch nicht gerüstet ist, sollte sich sputen. Bei vielen Optikern und Apotheken sind die Schutzbrillen ausverkauft. Mit Geduld lässt sich dennoch eine Brille finden, um gefahrenlos in den Himmel zu gucken.

18. März 2015, 11:49

Die gestiegene Nachfrage spürt etwa der Schweizer Optikerverband. "Schutzbrillen sind heissbegehrt", erklärt Sprecher Dominic Ramspeck. Viele Optiker hätten in den vergangenen Tagen ihre letzten Bestände an Schutzbrillen verkauft.

Ähnlich sieht es bei der Schweizerischen Astronomischen Gesellschaft (SAG) aus, die auf ihrer Website Schutzbrillen anbietet. Sie hat unterdessen alle 7500 Brillen verkauft. "Für eine Nachbestellung in den USA ist die Zeit jetzt zu knapp", heisst es fast entschuldigend. Auch der Lieferant Calsky schreibt auf seiner Webseite: "Wir sind ausverkauft. Rufen Sie bitte nicht an."

Aus Sicht von Ramspeck ist es für Kurzentschlossene aber noch nicht zu spät. "Wer ein paar Geschäfte in seiner Gegend abklappert, sollte fündig werden." Eine Umfrage bei einigen Optikergeschäften in der Deutschschweiz zeigt in der Tat, dass Schutzbrillen nicht überall ausverkauft sind.

Um die Suche zu erleichtern, hat der Optikerverband am Donnerstag auf seiner Homepage eine "Last-Minute-Liste" von rund 60 Geschäften mit vorrätigen Brillen veröffentlicht. Laut Ramspeck dürften es aber noch einige mehr sein, da manche Optiker die Anfrage des Verbandes nicht beantwortet haben.

Schönes Wetter

Als Grund für den Run auf Schutzbrillen nennt Ramspeck die guten Wetteraussichten und die mediale Berichterstattung in den letzten Tagen. "Ein Optiker sass auf 400 Schutzbrillen. Nach einem lokalen Radiobericht waren diese innerhalb weniger Stunden ausverkauft."

Dass es vielerorts aber zu Engpässen kommt, hat auch mit der Vorsicht von Optikergeschäften, Apotheken und Drogerien zu tun. "Niemand möchte auf Schutzbrillen sitzen bleiben", sagt Ramspeck. Schliesslich sei eine Sonnenfinsternis ja kein alltägliches Ereignis. Daneben ist unklar, wie lange Modelle noch genügenden Schutz bieten.

Aus diesem Grund empfiehlt das Bundesamt für Gesundheit (BAG), nur zertifizierte Brillen zu tragen. Es sollten keine Beobachtungsbrillen verwendet werden, die beschädigt seien. Auch ältere Modelle, bei denen unklar sei, ob sie noch genügenden Schutz böten, seien ungeeignet.

Keinesfalls sollten laut BAG Hilfsmittel wie geschwärztes Glas, Sonnenbrillen, Filme, CD oder optische Instrumente ohne Spezialfilter verwendet werden. Die Gefahr von Verletzungen sei gross, weil eine Verbrennung der Netzhaut von keinerlei Schmerzen begleitet sei und sich Schäden erst einige Stunden später bemerkbar machten.

Sternwarten öffnen Tore

Auf das gestiegene Interesse haben auch die Sternwarten reagiert. Am Tag der partiellen Sonnenfinsternis öffnen viele Observatorien ihre Tore für die Öffentlichkeit. Unter kundiger Leitung können Schaulustige mit Teleskopen und diversen Projektionsexperimenten das Naturspektakel beobachten.

Etwas besonderes hat sich die Sternwarte Bülach einfallen lassen. Sie öffnet ab 9 Uhr ihre Tore für Schulklassen. An Informationstafeln erfahren diese alles Wissenswerte zu "Schattenspielen im All", wie es in der Einladung heisst. Daneben kann auch die "eingefangene" Sonne auf einer Leinwand bestaunt werden.

Das Kontingent für Schulklassen ist jedoch bereits ausgeschöpft. Tröstlich mag sein, dass auch das Schweizer Fernsehen vor Ort ist. In ihrer nächsten Ausgabe wird die Kindersendung Zambo über die Ereignisse an der Sternwarte Bülach berichten. (sda)


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