Stimmverhalten der Jugendlichen untersucht

ABSTIMMUNGSVERHALTEN ⋅ Die gefühlte Betroffenheit als Individuum und als gesamte Generation treibt die jungen Schweizer Erwachsenen am ehesten an die Abstimmungsurne. Auf der anderen Seite hält unter anderem die Komplexität der politischen Sprache die Jugend davon ab, stimmen zu gehen.
17. März 2017, 07:00

Dies ergab eine Befragung bei Schülerinnen und Schülern im Alter von 15 bis 25 Jahren. Durchgeführt wurde sie vom Dachverband Schweizer Jugendparlamente (DSJ) zusammen mit dem Forschungsinstitut gfs.bern.

Im Gegensatz zu den Pro-Argumenten gebe es bei den Argumenten gegen eine Teilnahme an Abstimmungen keine eindeutige Reihenfolge, heisst es in einer Mitteilung der Wahlhilfeplattform easyvote vom Freitag. Neben der Komplexität der politischen Sprache sei auch ein gewisses Misstrauen gegenüber dem politischen Prozess bzw. gegenüber der Wirksamkeit dieses Prozesses vorhanden.

Ebenfalls ins Feld geführt wurden Argumente, dass Abstimmungen die Probleme nicht lösen könnten, dass Politik und PolitikerInnen versagten oder dass die Umsetzung von Vorlagen nicht entsprechend dem Volkswillen geschehe. Solche Meinungen seien bei der Befragung mit zum Teil knappen relativen Mehrheiten gestützt worden, heisst es.

Einerseits, so die Befragung, möchten die Jugendlichen auf allen föderalen Ebenen eine grössere Mitwirkung. Andererseits sei das konkrete Interesse an einer Mitwirkung insbesondere in formalen Strukturen eher gering. Nur jeder oder jede Fünfte können sich vorstellen, einer politischen Partei oder einem Jugendparlament beizutreten oder sogar selbst ein politisches Amt auszuüben.

Gemäss den befragten Jugendlichen sind bei der politischen Bildung die Diskussionen über die Ausländer- und Asylpolitik der Schweiz die wichtigsten Themen. Das zweitwichtigste Anliegen der Schülerinnen und Schüler ist die generelle Auseinandersetzung mit dem politischen System der Schweiz.

Bis am 25. März können Jugendliche und junge Erwachsene im Rahmen der DSJ-Kampagne "Verändere die Schweiz" Anliegen und Ideen in die Schweizer Politik einbringen. Elf davon werden von den elf jüngsten National- und Ständeräten in den politischen Prozess eingebracht. (sda)

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