Sturmtief bringt Orkan – trübe Aussichten für Ostern

WETTER ⋅ Im Flachland wird für Dienstag ein Sturm erwartet, der in den Bergen Orkanstärke erreicht. Bis Ostern ist kaum mit Sonne zu rechnen – aber vielleicht sogar mit Schnee.

30. März 2015, 22:01

Das Sturmtief «Mike» hat der Schweiz auf der Alpennordseite einen windigen Wochenendausklang beschert: In der Nacht auf Montag gab es in den Bergen Orkanböen von mehr als 120 Stundenkilometern, auf dem Säntis wurden 141 km/h gemessen.

Auch auf den Voralpenhügeln war es sehr stürmisch, wie der Wetterdienst MeteoGroup am Montag mitteilte. In Plaffeien FR fegte der Sturm mit 93 km/h, in Allenwinden TG waren es 96 km/h. Im Flachland gab es bereits am Sonntagnachmittag und -abend die stärksten Böen mit 75 km/h in Kerzers FR und 85 km/h in der Stadt Zürich.

Am Montag liess der Sturm im Flachland nach. Trotzdem wurde der Wind einer Frau in Zürich zum Verhängnis. Die 56-Jährige fiel ins Wasser, als sie ihren weggewehten Schirm aus dem Fluss fischen wollte. Zwei Stadtpolizisten konnten die Frau in letzter Sekunde aus dem sechs Grad kalten Wasser retten.

Wind und Schnee führten am Montag auch bei der Matterhorn Gotthard Bahn zu Problemen. Wegen diverser kleinerer Schneerutschen und massiven Schneeverwehungen musste der Autoverlad am Oberalppass zwischen Andermatt und Sedrun bis Betriebsschluss eingestellt werden.

Das WSL-Institut für Schnee- und Lawinenforschung (SLF) warnte vor gebietsweise grosser Lawinengefahr. Für Dienstag gelte die zweithöchste Gefahrenstufe für den Alpennordhang ohne Voralpen sowie Teile des Wallis, teilte das SLF am Montagabend mit.

«Nillas» bringt erneut stürmisches Wetter

Nach dem ansonsten eher ruhigen Montag wird es am Dienstag mit dem nächsten Tief «Nillas» voraussichtlich wieder stürmischer. Meteonews rechnet im Flachland mit Windgeschwindigkeiten von 80 bis 100 km/h, auf den Bergen mit bis zu 150 km/h. Auch für die kommenden Festtage rechnen die Meteorologen auf der Alpennordseite kaum mit einer Wetterbesserung.

«Bis Ostern hält das unfreundliche und nasse Wetter an der Alpennordseite an», wird Chefmeteorologe Joachim Schug von MeteoGroup Schweiz in einer Mitteilung zitiert. «Ab Mittwoch wird es zudem kälter. Schneeflocken sind bis ins Flachland möglich».

Meteonews rät Sonnenhungrigen zu einer Reise ins Tessin. Mit Föhn werden allerdings auch dort Böenspitzen zwischen 40 und 70 km/h erwartet.

HINWEIS
Aktuelle Informationen zum Wetter auf www.luzernerzeitung.ch/wetter 

März endet trüb und nass

Der März hat der Schweiz einen Vorgeschmack auf den Frühling geliefert: Der Monat fiel sonniger und milder aus als im Durchschnitt - trotz der grauen und regnerischen letzten Tage.

Der März sei dieses Jahr verbreitet 0,5 bis 1,6 Grad milder als im Durchschnitt der Jahre 1981 bis 2010 gewesen, teilte MeteoSchweiz am Montag mit. Neben frühlingshaften Temperaturen konnte sich die Schweiz auch über viel Sonne freuen: Vom 5. bis zum 13. März war es im ganzen Land fast durchwegs sonnig.

Insbesondere auf der Alpennordseite kamen Sonnenhungrige im März auf ihre Kosten: Die Sonnenscheindauer betrug 110 bis 140 Prozent der Norm. In den Alpen und auf der Alpensüdseite gab es 90 bis 115 Prozent der Norm.

Die Regen- und Schneemengen blieben in der ganzen Schweiz bis kurz vor Ende des Monats unterdurchschnittlich, wie MeteoSchweiz schreibt. Erst mit den kräftigen Niederschlägen auf das Monatsende hin seien die Niederschlagsmengen auf der Alpennordseite und in den Alpen vielerorts auf normale oder gar überdurchschnittliche Werte gestiegen.

sda/pd/cv/rem

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