Täter ist aus Klinik entlassen worden

WÜRENLINGEN ⋅ Der 36-jährige Mann, der am Samstag in Würenlingen AG vier Personen erschoss und sich selbst richtete, ist neun Tage vor der Bluttat aus der fürsorgerischen Unterbringung in einer psychiatrischen Klinik entlassen worden. Er war dort am 24. März auf ärztliche Anordnung eingewiesen worden.

12. Mai 2015, 14:22

Was die Behörden zum Täter in Würenlingen sagen. Der Mann hat in der kleinen aargauischen Gemeinde vier Familienmitglieder und dann sich selbst erschossen. Er soll kurz zuvor aus einer psychiatrishen Klinik entlassen worden sein. (Tele 1, 12. Mai 2015)

Der Mann war in der Privatklinik Clienia in Littenheid TG fürsorgerisch untergebracht. Er wurde am 30. April entlassen, wie die Klinik am Dienstag in einer Medienmitteilung schreibt. Er hatte sich mehr als fünf Wochen lang in der Klinik befunden.

Er war mit einer fürsorgerischen Unterbringung wegen Selbst- und Fremdgefährdung in die Vertragsklinik des Kantons Schwyz eingewiesen worden. Der Mann hatte dagegen Rekurs erhoben, wie die Klinik weiter schreibt.

Das zuständige Gericht habe nach einer Anhörung am 15. April entschieden, dass der Patient vorerst in der Klinik bleiben müsse. Bei einem weiterhin positiven Behandlungsverlauf und einer entsprechenden Nachsorge müsse er jedoch entlassen werden.

In der Klinik war er «freundlich und ruhig»

Der Mann habe sich «unauffällig» verhalten und sei «freundlich und ruhig» gewesen, hält die Klinik Clienia fest. Er habe an Therapien teilgenommen und Medikamente erhalten.

Sein Zustand habe sich deutlich verbessert. Es seien zwei Tagesurlaube gewährt worden. Aufgrund des guten Behandlungsverlauf sei die fürsorgerische Unterbringung durch das ärztliche Behandlungsteam beurteilt und ärztlich aufgehoben worden.

Die ambulante Behandlung sei sorgfältig geplant worden. Zudem sei dem Mann vor der Entlassung ein zwei Wochen lang wirksames Depot-Medikament verabreicht worden.

Der Mann sei bereits 2001 in der Klinik in Littenheid gewesen und drei Wochen lang behandelt worden. Auch 2013 sei er freiwillig für einige Tage in der Klinik gewesen.

Einweisung nach Hausdurchsuchung

Die Kantonspolizei Schwyz hatte am 24. März, dem Tag der ärztlich angeordneten fürsorgerischen Unterbringung des Mannes, an dessen Wohnort eine Hausdurchsuchung gemacht.

Der Mann wurde aufgrund der angetroffenen Situation in polizeilichen Gewahrsam genommen und dem Sozialpsychiatrischen Dienst des Kantons Schwyz zugewiesen. Das teilten die Kantonspolizei Schwyz und die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) Ausserschwyz am Dienstag gemeinsam mit.

Suche nach Waffen

Die KESB hatte im März verschiedene Gefährdungsmeldungen zu den drei Kindern des Mannes erhalten. Aufgrund der Gefährdungssituation fand eine Intervention der Polizei in der Familie statt. Als Folge der Intervention platzierte die KESB die drei Kinder in geeigneten Institutionen.

Zur Mutter und den Kindern machte die KESB aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes sowie des Kindes- und Erwachsenenschutzrechts in der Medienmitteilung keine weiteren Angaben.

Bei der Hausdurchsuchung am 24. März wurden keine Waffen sichergestellt. Auch bei einer früheren Durchsuchung im März 2012 waren keine Waffen gefunden worden.

Täter wurde 2004 eingebürgert

Die Kantonspolizei Schwyz machte in ihrer Medienmitteilung weitere Angaben zum Täter. Der türkische Staatsbürger hatte 2004 im Rahmen einer erleichterten Einbürgerung im Kanton Schwyz das Schweizer Bürgerrecht erhalten.

Gegen den zuletzt arbeitslosen Mann seien im Kanton Schwyz keine Strafuntersuchungen offen. Das im Jahr 2007 geführte Verfahren wegen einfacher Körperverletzung, Tätlichkeiten, Beschimpfungen und Hausfriedensbruch (Nachbarschaftsstreit) wurde rechtskräftig eingestellt, wie Kantonspolizei schreibt.

Ermittlungen im Kanton Aargau dauern an

In einem ruhigen Wohnquartier in Würenlingen hatte der Mann am Samstagabend seinen Schwiegervater, seine Schwiegermutter und seinen Schwager mit mehreren Schüssen getötet. Bevor er sich selbst richtete, erschoss er einen Nachbarn seiner Schwiegereltern.

Bei der Staatsanwaltschaft Aargau laufen die Ermittlungen zur Bluttat unterdessen weiter. «Man will alles sauber abklären und aufarbeiten», sagte Fiona Strebel, Mediensprecherin der Staatsanwaltschaft.

Das sei auch für die Hinterbliebenen wichtig. Strebel geht davon aus, dass das Strafverfahren wegen mehrfacher Tötung letztlich eingestellt werden dürfte, weil der Täter nicht mehr lebt. Die Staatsanwaltschaft will im Laufe der Woche über Erkenntnisse informieren.

 

sda

Was die Behörden zum Täter in Würenlingen sagen. Der Mann hat in der kleinen aargauischen Gemeinde vier Familienmitglieder und dann sich selbst erschossen. Er soll kurz zuvor aus einer psychiatrishen Klinik entlassen worden sein. (Tele 1, 12. Mai 2015)




Login


 

Anzeige: