Nach dem Tod einer Tessinerin wird der Schwager verhaftet

LEICHENFUND ⋅ Im Zusammenhang mit dem Fund einer toten Frau an der Schweizer Südgrenze am Sonntag ist es in der Nacht auf Mittwoch zu einer Festnahme gekommen. Bei dem Mann soll es sich um den Schwager des Opfers handeln. Die Polizei geht von einem Tötungsdelikt aus.

Aktualisiert: 
19.10.2016, 15:00
19. Oktober 2016, 11:54

Wie die Tessiner Kantonspolizei, die Polizei von Como (I) und die Tessiner Staatsanwaltschaft am Mittwoch an einer Medienkonferenz bekannt gaben, wurde die Frau gemäss ersten Erkenntnissen zuhause getötet und dann zur Fundstelle gebracht.

Der mutmassliche Täter wurde in der Nacht auf Mittwoch verhaftet, als er von Italien aus wieder in die Schweiz einreiste. Gemäss der Kantonspolizei handelt es sich um einen Schwager des Opfers, einen 42-jährigen Schweizer. Bei einer ersten Befragung legte der Verhaftete ein Teilgeständnis ab. Die Polizei geht von vorsätzlicher Tötung aus.

Die Lehrerin war am Sonntag in unwegsamem Gelände nahe der Schweizer Grenze in Italien gefunden worden - nur wenige Kilometer von ihrem Wohnhaus in der Schweiz entfernt. Das Opfer hatte weder Papiere noch Handy auf sich und lag trotz Regenwetters ohne Schuhe und Jacke im Gelände.

Genauer Hergang noch ungeklärt

Die italienischen Ermittler erklärten, die 35-Jährige sei regelrecht "weggeschmissen" worden. Der Leichnam wies nur leichte Schürfwunden auf. Wegen eines Armbandes, das auf einen Sportanlass in Lugano hinwies, kamen die Ermittler rasch zum Schluss, dass das Opfer aus der Schweiz kommen könnte.

Als am Montag eine Frau vermisst gemeldet wurde, konnte rasch eine Verbindung hergestellt werden. Innerhalb von 48 Stunden und dank sofortiger und enger Zusammenarbeit der Tessiner und der italienischen Polizei wurde der Verdächtige verhaftet.

Der genaue Hergang der Tat sowie eventuelle Motive des Täters seien derzeit noch Gegenstand der Ermittlungen, sagte der Sprecher der Tessiner Kantonspolizei Renato Pizolli am Mittwoch auf Anfrage. Gemäss dem aktuellen Kenntnisstand könne ausgeschlossen werden, dass das Opfer unter Drogeneinfluss stand, wie zunächst von einigen Tessiner Medien vermutet wurde. (sda)


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