«Costa Concordia» erreicht ihre Endstation

SCHIFFSUNGLÜCK ⋅ Das 2012 havarierte Kreuzfahrtschiff "Costa Concordia" jenen Ort im Hafens von Genua erreicht, an dem es verschrottet werden soll. Acht Schiffe schleppten das Wrack bis zu einem zehn Seemeilen entfernten Becken.

12. Mai 2015, 11:20

Die komplizierte Aktion hatte am Montagnachmittag begonnen und wurde Dienstag früh beendet. Das Kreuzfahrtschiff war im vergangenen Juli von der Insel Giglio nach Genua geschleppt worden.

Am Kai des Hafens wurde das Wrack in den vergangenen Monaten von der Einrichtung und anderen Gegenständen befreit. Über 5700 Tonnen Möbel und anderes Material wurden aus dem Schiff geholt. Damit konnte der Tiefgang deutlich verringert werden.

Jetzt soll die "Costa Concordia" zerlegt und komplett verschrottet werden. Ihre Existenz und damit die Erinnerung an das Unglück sollen ausgelöscht werden. Mit der Abwrackung wurde das Konsortium "Ship Recycling" beauftragt, dem die italienischen Unternehmen Saipem und San Giorgio del Porto angehören.

Insgesamt wird das Abwracken 22 Monate dauern und an die 100 Millionen Euro kosten. Bis zu 50'000 Tonnen Stahl sollen verkauft und eingeschmolzen werden.

Unglück mit 32 Toten

Das berühmte Wrack liegt schon seit dem vergangenen Sommer im Hafen von Genua. Im Juli 2014 wurde es in einer spektakulären Aktion am Unglücksort vor der Insel Giglio in der Toskana aufgerichtet. Die 350 Kilometer lange Reise dauerte mehrere Tage.

Bei dem Unglück vor rund dreieinhalb Jahren war die "Costa Concordia" vor der Insel Giglio auf eine Felsen gefahren und gekentert. An Bord befanden sich 4200 Passagiere, darunter auch auch 69 Schweizerinnen und Schweizer. 32 Menschen kamen ums Leben. Der Schuldspruch gegen "Costa-Concordia"-Kapitän Francesco Schettino zur mehr als 16 Jahren Haft ist noch nicht rechtskräftig. (sda/apa)


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