"Wunderwelt fossiles Holz" im Sauriermuseum

AUSSTELLUNG ⋅ Mutter Natur betätigt sich zuweilen als Künstlerin, etwa wenn sie Holz in farbenprächtige Steine verwandelt. Das Sauriermuseum in Aathal zeigt Spitzenstücke, die der Museumsgründer Hans-Jakob Siber in 40 Jahren aus aller Welt zusammengetragen hat.
18. April 2017, 11:35

"Food für Vegi-Dinos" lautet der Untertitel der Schau. Denn die ausgestellten hammerharten, edlen oder auch nur profanen Steine waren einst Pflanzen, also Nahrung für pflanzenfressende Dinosaurier.

Was deren Leibspeise war, ist ungeklärt, denn im Gegensatz zu versteinertem Kot von Fleischfressern, in dem oft noch Knochenstücke von gefressenen Tieren zu finden sind, ist Kot von Pflanzenfressern nicht sehr aussagekräftig, so Siber. Er hat aber eine Theorie dazu, welche Pflanze von den Vegi-Dinos bevorzugt wurde. Die überraschende Lösung wird in der Ausstellung vorgestellt.

Die Schau bietet einen Überblick über die mehr als 400 Millionen Jahre dauernde Geschichte der Pflanzen - das älteste Exponat ist ein 450 Millionen Jahre alter Baumstamm aus Russland, wie Siber der Nachrichtenagentur sda sagte. Fossile Hölzer werden zwar vor allem in den USA und Madagaskar gefunden, aber es gibt sie fast überall. In der Ausstellung sind Exponate von allen Kontinenten zu finden.

Wie Mutter Natur bildhauert

In der Schweiz gibt es keine Fundstellen, "dazu fehlen die Vulkane", so Siber. Holz versteinert, indem es, luftdicht verpackt im Sediment, die organischen Zellen durch Mineralien ersetzt. Das Holz gewinnt diese aus dem Grundwasser, in dem die Asche von Vulkanausbrüchen gelöst ist. Je nach Kristallisation wird aus einer Pflanze auf diese Art gewöhnlicher Kiesel oder ein Halbedelstein wie Achat.

In der Ausstellung zu sehen ist beispielsweise ein 220 Millionen Jahre altes achatisiertes Aststück einer Araucaria, das durch Chrom-Einlagerung blaugrün gefärbt ist - eine seltene Farbe bei versteinerten Hölzern. Ein "nur" 20 Millionen Jahre altes Stück Ahorn ist gelblich "opalisiert". Wie lange die Versteinerung eines Holzstamms dauert, weiss man nicht; "es war ja kein Mensch dabei", so Siber. (sda)


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