Countdown mit Dirndl und Regenschirm: München rüstet sich für Wiesn

OKTOBERFEST ⋅ Auf geht's zum Oktoberfest: Für zweieinhalb Wochen bestimmen in München wieder Bier und bierselige Gäste das Leben in der Stadt. Das Fest startet mit nochmals verstärkten Sicherheitsvorkehrungen.
15. September 2017, 15:20

Von Sabine Dobel, dpa        


Vor den Geschäften quellen die Kleiderständer über mit Dirndl und Lederhosen, Souvenirläden haben ihre Auslagen mit Masskrügen und Filzhüten bestückt und in den Supermärkten gibt es Wiesnbier und Schokobären in Lederhosen. Countdown zum Oktoberfest - am Samstag beginnt in München das grösste Volksfest der Welt.

Oberbürgermeister Dieter Reiter wird um punkt 12.00 Uhr das erste Fass Bier anzapfen und damit die Wiesn eröffnen. Das Zeremoniell wird live im BR-Fernsehen übertragen - und der Rathauschef muss dabei eine gute Figur machen.

Wie viele Schläge er braucht, ist tagelang Stadtgespräch - und kann sein Ansehen durchaus mitprägen. Erwartet wird, dass Reiter es wie in den Vorjahren mit zwei Schlägen schafft - weniger ist bei einem grossen Fass gar nicht möglich. Ausgerechnet für den Anstich ist mieses Wetter angesagt: Regen und kühle Temperaturen.

Ab 9.00 Uhr dürfen die Besucher auf das Gelände, erst nachdem die letzten Lastwagen das Gelände verlassen haben. Die Massnahme zählt zu den erneut verschärften Sicherheitsvorkehrungen - nicht zuletzt aufgrund der Anschläge mit Liefer- und Lastwagen in Nizza, Berlin, London und Barcelona.

Die Lieferwagenfahrer für die Wiesn und ihre Helfer mussten sich vor dem Fest einer Sicherheitsüberprüfung unterziehen. Mehr Blumenkübel als Zufahrtssperren, zusätzliche Videokameras und Polizeibeamte mit Bodycams gehören ebenfalls zu den erweiterten Massnahmen. Über eine neue Lautsprecheranlage sollen zudem Besucherströme bei einem Alarm besser geleitet werden.

Regenschirme sind erlaubt

Wie schon im Vorjahr ist das Gelände umzäunt, an den Eingängen gibt es Kontrollen. Rucksäcke und grosse Taschen sind aus Sicherheitsgründen verboten. Wichtige Nachricht angesichts der Wetterprognose: Regenschirme dürfen die Besucher mitnehmen.

Die Schausteller bieten dieses Jahr eine ganze Reihe neuer Fahrgeschäfte. Erstmals auf dem Volksfest ist eine Achterbahn mit einer ausschwingenden Gondel und ein 80 Meter hohes Kettenkarussell namens "Jules Verne Tower".

Im Südteil des Festgeländes auf der "Oidn Wiesn" mit historischen Fahrgeschäften und Blasmusik rollt erstmals eine mehr als hundert Jahre alte Kindereisenbahn. Dort haben sich die Wirtsleute des neuen Festzelts "Zur Schönheitskönigin" vorgenommen, die traditionelle Wirtshauskultur der Volkssänger neu zu beleben.

Die Mass Bier kostet dieses Jahr bis zu 10,95 Euro, 25 Cent mehr als im Vorjahr. Wiesnchef Josef Schmid war mit seinem Vorschlag zu einer Bierpreisbremse im Stadtrat gescheitert. Er wollte den Bierpreis für drei Jahre auf dem Vorjahresniveau einfrieren.

Das 184. Oktoberfest dauert bis zum 3. Oktober, also 18 Tage. Nachdem schlechtes Wetter und Terrorsorgen die Besucherzahl im Vorjahr auf 5,6 Millionen sinken liess, werden dieses Jahr wieder etwas steigende Zahlen erwartet.

 

  

 

 

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