Die Artischocke senkt sogar das Blutfett

NATURHEILKUNDE ⋅ Mit dem Advent beginnt auch oft eine Zeit üppigen Essens. Ab und zu ein Artischockentee zwischendurch kann helfen. Nicht nur für die Verdauung.
03. Dezember 2017, 04:38

Artischockenköpfe, frisch gekocht, wunderbar fein, wunderbar gesund: Blättchen abzupfen, in die Vinaigrette tauchen, den unteren Teil mit den Zähnen und Zunge herausziehen. Das machte man schon in der Antike. Auch therapeutisch nutzte man die Artischocke schon lang, als harntreibendes Mittel, gegen Achselschweiss, auch um Liebe und Lust zu entflammen.

Ein Verdauungsschnäpschen? Besser ist ein Aufguss getrockneter Artischockenblätter und -blüten aus der Apotheke (Cynara scolymus fol./flos.): Ein Teelöffel davon mit einer Tasse Wasser aufkochen, fünf Minuten köcheln lassen, abseihen, trinken. Dreimal täglich vor den Mahlzeiten, falls man unter Völle- und Spannungsgefühlen, Reflux und Sodbrennen leidet. Cynar, der Aperitif, hergestellt aus Artischocken und Kräutern, schmeckt besser, der Tee jedoch wirkt. In der Apotheke sind auch Kapseln, Tabletten, Tropfen und Saft erhältlich.

Spannend: Die Artischocke senkt das Blutfett. So soll sie dafür sorgen, dass Cholesterin besser ausgeschieden und mehr Cholesterin zur Bildung von Gallensäure verbraucht wird; ausserdem, dass weniger neues Cholesterin gebildet wird. Um bis zu 10 Prozent soll sich das Cholesterin so senken lassen!

Kommt hinzu: Die Artischocke enthält viel Inulin. Das ist zwar ein Vielfachzucker, beeinflusst aber den Blutzucker nicht und kann gar als Appetitzügler wirken. Das ist mit ein Grund, weshalb die Traditionelle Europäische Naturheilkunde TEN die Artischocke bei Übergewicht und Diabetes empfiehlt. Dass die Artischocke hilft, liegt an Inhaltsstoffen wie den Phenolcarbonsäuren und den Flavonoiden. Und natürlich sind die Bitterstoffe hilfreich, etwa das Cynarin. Dieses Bittere bereitet den Magen auf die Nahrung vor, regt den Appetit an und lässt Speichel- und Magensäfte fliessen.

Nur: Wie kann etwas gleichzeitig den Appetit anregen und zügeln? Nun, durch die Bitterstoffe wird der Körper auf das Essen vorbereitet, die Nahrung dann besser verarbeitet und verdaut. Und durch das Inulin wird der Zuckerspiegel nicht in die Höhe getrieben. Dadurch bleibt der Hungerast aus, den viele Leute etwa zwei Stunden nach ihren Mahlzeiten erleben.

Die Traditionelle Chinesische Medizin TCM sieht eine zusätzliche Anwendung bei der sogenannten Leber-Qi-Stagnation. Verursacht wird sie, indem Gefühle über längere Zeit unterdrückt werden, also zum Beispiel Enttäuschung, Ärger, Eifersucht, Wut. Auch Überforderung und Überarbeitung blockieren den freien Fluss der Energie Qi.

Auf Artischocken verzichten soll man bei Problemen mit der Galle, so bei Verschluss oder Verengungen der Gallenwege oder bei Gallensteinen.

Ulrike von Blarer Zalokar

 

www.heilpraktikerschule.ch

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