Als Emil nach New York floh: «Ich traute mich kaum mehr auf die Strasse»

LUZERN ⋅ Emil Steinberger hat den Erfolg mit seiner Figur «Emil» nicht immer genossen. Irgendwann sei der Druck immens geworden, «jeder wollte etwas von mir. Irgendwann traute ich mich kaum mehr auf die Strasse.»
13. April 2018, 10:03

Die Presse habe zu dieser Zeit - es war Ende der 80er Jahre - viel über ihn geschrieben, «oft auch Falsches», wie der heute 85-jährige Luzerner dem Magazin «Wandern.ch» verriet. «Ich hatte viel Ärger.»

«Ich musste einfach weg», erinnert sich der Kabarettist über seinen Schritt in die Anonymität einer Grossstadt. 1993 zog er nach New York, geplant war ein einjährigen Aufenthalt. «Ohne Erwartungen, ohne Plan, ich wollte nur wieder mal selber Kultur geniessen können, Museen und Musicals besuchen.»

Er habe ein riesiges Nachholbedürfnis gehabt. Aus einem Jahr wurden bekanntlich sechs, solange blieb Emil in New York. Dort heiratete er auch seine zweite Frau Niccel.

In der Zeit in der Grossstadt habe er das Stadtwandern entdeckt. «Stundenlang» sei er durch die Strassen gelaufen, «ich wurde nie müde, weil mich immer wieder etwas Neues überraschte». (sda)


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