Fifa 18: Kräftig nach vorne gespielt

GAMES ⋅ Die Fussballspielreihe Fifa ist der Kassenschlager von Electronic Arts – und die grösste Fussballsimulation der Welt. Und doch gibt es immer wieder die Kritik, dass das Spiel nicht realistisch genug sei. Das hat sich der Hersteller für Fifa 18 zu Herzen genommen.
09. Oktober 2017, 13:48

Dominik Weingartner

Eigentlich kann Electronic Arts (EA) mit Fifa nicht viel falsch machen. Das Fussballvideospiel gehört seit Jahren regelmässig zu den am besten verkauften Games weltweit. Der Kauf der neusten Ausgabe ist jedes Jahr ein Muss für Fussballfans. Und doch gibt das Spiel immer wieder Anlass für Kritik. Vor allem punkto Realismus sei die PES-Reihe von Konami Fifa weit voraus. Fifa hingegen punktet mit den Lizenzen. Während man bei PES eine sehr beschränkte Anzahl von Mannschaften zur Auswahl hat, kann man bei Fifa neben den grossen Ligen auch um die saudi-arabische Meisterschaft spielen. Und auch die Schweizer Super League gehört seit Jahren zum Inventar der Fifa-Reihe. Auch in Fifa 18 ist eine neue Liga hinzugekommen. Neu kann mit den Mannschaften der 3. Liga aus Deutschland gespielt werden. Ein Umstand, der wohl der Grösse des deutschen Marktes geschuldet ist. Viele traditionsreiche Klubs aus Ostdeutschland spielen in dieser Liga.

Neben dem umfangreichen Lizenzpaket bietet Fifa 18 seit der letztjährigen Ausgabe einen Story-Modus. Der Spieler schlüpft in die Rolle des britischen Jungstars Alex Hunter und begleitet diesen auf dem Weg zum Superstar. Teil des Konzeptes ist, dass pro Ausgabe immer nur eine Saison Teil der Story ist. War der erste Teil aufgrund seiner Kürze eine Enttäuschung, wartet die Fortsetzung dieses Jahr mit einer umfangreichen Story auf. Da geht es neben wichtigen Karriereentscheidungen und Erfolgen oder Misserfolgen auf dem Platz vermehrt auch um die persönliche Geschichte von Alex Hunter. Die Story ist dichter und abwechslungsreicher als die letztjährige Ausgabe und kann damit punkten. Zum Beispiel ist es ein Teil der Story – so viel sei verraten – ein Länderspiel mit der amerikanischen Frauennationalmannschaft zu absolvieren.

Doch das eigentlich Entscheidende jeder Fifa-Ausgabe ist das, was auf dem Platz geschieht. Fifa 18 gelingt dabei ein zünftiger Schritt nach vorne, was das Gameplay angeht. Das Spiel ist etwas langsamer, was für mehr Realismus sorgt. Und die Spieler bewegen sich viel natürlicher als noch beim Vorgänger. Der Hersteller hat zudem bereits eine Woche nach Erscheinen des Spiels darauf reagiert, dass es zunächst viel zu viele Tore gab: Ein neues Update macht die Torhüter ein bisschen besser. Das sind markante Fortschritte gegenüber dem Vorgänger Fifa 17. Obwohl bei aller Realismus-Liebe gesagt werden muss: Eine Fussballsimulation, die nur 8 Minuten dauert, kann vom Spielfluss her nicht mit einem echten Fussballspiel verglichen werden, das 90 Minuten dauert.

Vielfach wird EA dafür kritisiert, den Online-Modi zu viel Gewicht beizumessen und dafür die Offline-Karriere zu vernachlässigen, dem einstigen Herzstück der Reihe. Hier hat es in dieser Ausgabe nette Neuerungen gegeben. Als Beispiel sei hier der neue Transferverhandlungsmodus genannt. Das Ganze ist neu mit einer Videosequenz animiert, der selbst erstellte Trainer verhandelt in seinem Büro mit Managern anderer Klubs oder Spielern um Transfersummen, Spielergehälter und um Ausstiegsklauseln. Das Transfergeschäft wirkt so um einiges realistischer als früher. Mit dieser Gewichtung trägt Fifa 18 dem Umstand Rechnung, dass das Transfergeschäft heutzutage ein wichtiger Teil des professionellen Fussballs ist, wie nicht zuletzt der Transferwahnsinn in diesem Sommer gezeigt hat.

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