Geheimhaltung bis zum Crash

UNFALL ⋅ Die Fahrt des über 1000 PS starken Autos beim Training fürs Bergrennen Hemberg sollte geheim bleiben. Vom Besuch des «Top Gear»-Stars Richard Hammond erfährt die Öffentlichkeit wegen eines schweren Unfalls.
Aktualisiert: 
12.06.2017, 16:00
12. Juni 2017, 05:17

Michael Hug

Der Wagen geriet ausser Kontrolle – mit über 200 Stundenkilometern. Nach der Zieldurchfahrt bei einem der Show-Läufe am Bergrennen Hemberg am Samstag raste er über ein Wiesenbord. Der Bolide flog knapp an einem freistehenden Einfamilienhaus vorbei und kam nach diversen Überschlägen in einer Wiese auf dem Dach zum Stehen. Bis zu diesem Zeitpunkt wusste niemand, wer in dem 1088 PS starken Rennauto sass.

Das zweieinhalb Millionen Franken teure Elektrofahrzeug geriet sofort in Flammen. Helfer zogen den Verletzten aus dem brennenden Cockpit. Dieser stand nach eigenen Aussagen zwar unter Schock, aber ausser einem lädierten Knie wies er keine allzu schwerwiegenden Verletzungen auf. Trotzdem wurde er mit dem auf dem Renngelände stationierten Helikopter ins Spital St.Gallen geflogen.

Internationale Presse berichtet über den Unfall

Sogleich machten Gerüchte in den sozialen Netzwerken die Runde, es handle sich um den Briten Richard Hammond, bekannt aus der Fernsehsendung «Top Gear» . Da musste auch die Rennleitung reagieren. «Als ‹The Sun›, ‹Sky News›, ‹The Daily Telegraph› und andere internationale Online-Medien vom Unfall berichteten, mussten auch wir handeln und haben offiziell mitgeteilt, was geschehen ist», sagt Marco Moser, Sprecher des Bergrennens. Warum nicht früher? Warum wurden die Fahrten von Hammond und den beiden anderen ehemaligen «Top ­Gear»-Moderatoren Jeremy Clarkson und James May nicht vorher bekanntgegeben? «Wir mussten einen dicken Geheimhaltungsvertrag unterschreiben, wonach wir kein Wort über diese Dreharbeiten sagen durften», erklärt Moser. Und wenn der Dreh unfallfrei verlaufen wäre, hätte niemand etwas von Clarkson, Hammond und May in Hemberg erfahren? «Nein», sagt Moser, «wir finden es auch schade, dass die halbe Welt nun auf diesem Weg über die Vorkommnisse in Hemberg erfahren musste. Wir sähen es auch lieber, wenn Hemberg auf eine andere Weise bekannt würde.»

 

And Richard is OK.

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Vorgesehen war, dass die strassentauglichen Sportwagen während der Showblöcke zwischen den Rennläufen die Rennstrecke hochfahren und dabei gefilmt werden. Die Dreharbeiten waren Teil einer zurzeit in der Schweiz abgedrehten Folge der britischen Fernsehsendung «The Grand Tour». Im Mittelpunkt stehen die drei ehemaligen Moderatoren der Kultsendung «Top Gear»: Jeremy Clarkson, James May und Richard Hammond.

Verunfallter Fahrer ist wieder wohlauf

Selbst nach dem Unfall durfte die Organisation nur eingeschränkt kommunizieren. «Hammonds Verletzungen sind offensichtlich nicht schwerwiegend», sagt Moser. Zugleich meldete sich der verletzte TV-Star mit einer Videobotschaft aus dem Kantonsspital St.Gallen. Es gehe ihm so weit gut, sagt er. Ansonsten herrscht auf Druck des Managements in London Stillschweigen über den Unfall. Die Polizei sei beauftragt worden, den Vorfall zu untersuchen. Über allfällige Ursachen kann auch Marco Moser nur spekulieren: «Der Unfall ereignete sich nach der Zieldurchfahrt, das Auto flog von der Strasse und verbrannte.»

Abgesehen von diesem Vorfall verlief das sechste Bergrennen nach der Wiederaufnahme vor fünf Jahren im üblichen Rahmen. Es kamen rund 7000 Zuschauer, 200 Fahrer aus der Schweiz, Deutschland und Österreich nahmen teil und es herrschte optimales Rennwetter. Gemäss OK gab es einige kleine Unfälle mit Blech- und Carbonschaden.

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