Gummistiefel anziehen und los!

GÄRTNERN ⋅ Fürs Ansäen von Tomaten ist es für dieses Jahr zu spät, aber: Kürbisse, Gurken und Zucchetti lassen sich jetzt auf dem Fenstersims vorziehen. Rüebli, Bohnen und Mais kommen direkt ins Beet.
15. April 2018, 11:51

Jacqueline Schilling

Der Frühling ist da. Ab in den Garten, denn jetzt ist der richtige Zeitpunkt zum Ansäen. Rüebli, Bohnen und Mais kannst du direkt ins Beet säen. Kürbis, Zucchetti, Gurken und Melonen ziehst du besser drinnen in einem Töpfchen vor, denn sie brauchen 20 Grad, damit sie keimen. Du kannst eigene Komposterde oder einfach Erde aus dem Garten verwenden. Musst du Erde kaufen, achte darauf, dass sie torffrei ist. Eierkartons oder Joghurtbecher eignen sich prima für die Anzucht. Bei den Eierkartons legst du ein Samenkorn in jede Vertiefung. Nimmst du Joghurtbecher, bohre mit einer Stricknadel ein Loch in den Boden, damit das Wasser abfliessen kann. Sonst musst du mit sehr viel Feingefühl giessen, denn stehendes Wasser mag keine Pflanze. Nach zehn Tagen, manchmal auch früher, kann das Pflänzchen draussen ins Beet gesetzt werden – oder es braucht einen grösseren Topf. «Kürbisse, Gurken und Zucchetti vertragen keinen Frost», sagt Biogärtner Markus Neubauer. «Einmal unter Null, und sie sind kaputt.»

Alte Sorten vor dem Aussterben retten

In tiefen, milden Lagen beginnen die Profis in der Woche 11 mit der ersten Runde Saat, in der Woche 13 folgt die zweite. Wer auf der sicheren Seite bleiben wolle, rechne fünf Tage dazu. Wer grosszügiger ansät – also nicht nur einzelne Samen – muss pikieren, das heisst vereinzeln. Wenn eine Pflanze im zweiten Keimblattstadium ist, braucht sie nämlich mehr Platz. Dieses Stadium ist dann erreicht, wenn in der Mitte des Stängels ein zweites Blattpaar sichtbar wird. Lässt man diesen Schritt aus oder ist zu spät dran damit, werde es heikel, sagt der Fachmann. Der Grund: Die Wurzeln verwachsen.

Was Tomaten angeht, kannst du das Pikieren dieses Jahr dem Gärtner überlassen. Zum Ansäen ist es dafür nämlich zu spät – und noch zu früh, um Samen zu sammeln. Tomaten kannst du selber vermehren, aber nur, wenn sie samenecht sind. Sicher samenecht sind Pflanzen von Pro Specie Rara. Das ist eine schweizerische Stiftung, die sich zum Ziel gesetzt hat, gefährdete Nutztierrassen und Kulturpflanzen vor dem Aussterben zu bewahren. Pro Specie Rara setzt sich auch für die Sortenvielfalt ein. Unter anderem für 130 alte Tomatensorten, die so lustige Namen tragen wie «Evergreen» oder «Deutsche Kartoffeltomate». Sie können und dürfen weiter vermehrt werden und behalten dabei ihre typischen Eigenschaften. Im Gegensatz zu Hybridsorten. Pro-Specie-Rara-Samen gibt’s übrigens als Startset mit Schritt-für-Schritt-Anleitungen.

Auch wenn du dieses Jahr vielleicht noch Tomatenpflanzen kaufst, den Basilikum für die «Insalata Caprese» kannst du noch aussäen. Ebenso Kräuter wie Kerbel und Dill, Ringelblume und Kapuzinerli. Das Ansäen von Schnittlauch und Peterli hingegen sei heikel, sagt Markus Neubauer. Rosmarin, Lavendel, Minze und Thymian lassen sich über Stecklinge vermehren, sofern man den richtigen Zeitpunkt erwischt. Ein Steckling ist ein Stück einer Pflanze, der eigene Wurzeln schlägt. Grundsätzlich sei der Zeitpunkt im Frühling gut für die Stecklingsvermehrung. Ist man zu früh dran, fehlt das Licht. Wartet man zu lange, ist es zu heiss und die Luftfeuchtigkeit zu gering. Oder: Probieren geht über studieren.


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