Marsch der Lebenden in Auschwitz

HOLOCAUST ⋅ Rund 12'000 junge Juden aus aller Welt haben in Polen an die Opfer des Holocausts erinnert. Beim "Marsch der Lebenden" gingen sie in Begleitung Überlebender der Schoah den rund drei Kilometer langen Weg von Auschwitz nach Birkenau.
12. April 2018, 16:44

Zum 30. Jahrestag der Veranstaltung nahmen auch die Staatspräsidenten Israels Reuven Rivlin und Polens Andrzej Duda teil. Der Konflikt zwischen den beiden Ländern um Polens umstrittenes Holocaust-Gesetz überschattete die Gedenkfeierlichkeiten.

Rivlin sprach vor dem Marsch mit Duda. "Ein grosser Schatten liegt immer noch auf unseren Beziehungen, auch wenn wir uns auf der bilateralen Ebene verstehen", sagte Rivlin nach Angaben seines Büros.

Die Vorschrift sieht Geld- und Haftstrafen für diejenigen vor, die dem polnischen Staat oder Volk "öffentlich und entgegen den Fakten" die Verantwortung oder Mitverantwortung für Verbrechen des Nazi-Regimes zuschreiben. Sie hatte eine tiefe diplomatische Krise zwischen den beiden Ländern ausgelöst.

Kritiker warfen der Regierungspartei Recht und Gerechtigkeit (PiS) vor, von Polen begangene Verbrechen an Juden vertuschen zu wollen. Duda bestritt dies: "Es war nie die Absicht polnischer Politiker ein Gesetz zu schaffen, dass die Ablegung von Zeugnissen blockiert", sagte er und fügte hinzu: "Wir wollen die historische Wahrheit schützen auch da, wo sie schwierig ist. Warschau lässt das bereits in Kraft getretene Gesetz vom Verfassungsgericht prüfen.

Duda sagte: "Wir treffen uns hier beim Marsch der Lebenden, um an die Vernichtung der jüdischen Volkes zu erinnern und der Welt zugleich von hier zu sagen: nie wieder!" (sda/dpa)


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