Meisterdetektiv Pikachu im Test – Kinderleichter Krimispass

VIDEOSPIELE ⋅ Dass Pokémon in den unterschiedlichsten Formen auftauchen können, ist nicht neu. Das neue Spiel «Meisterdetektiv Pikachu» ist aber dank seines sonderbaren Protagonisten ein ganz anderes Kaliber.
13. April 2018, 15:58

Federico Gagliano

Tim Goodman will eigentlich nur nach seinem vermissten Vater suchen, als er in Ryme City ankommt. Stattdessen stösst er auf ein besonderes Pokémon – Meisterdetektiv Pikachu. Dieser fällt nicht nur durch seine Sherlock-Holmes-Mütze auf, sondern auch dadurch, dass er spricht. Allerdings versteht nur Tim, was der selbst ernannte Meisterdetektiv von sich gibt. Zusammen machen sie sich auf die Suche nach Tims Vater – dem ehemaligen Besitzer Pikachus. Dabei decken sie eine Verschwörung auf, die es in sich hat.

Mit «Meisterdetektiv Pikachu» liefert Nintendos Tochtergesellschaft «Creatures Inc.» wieder mal ein Videospiel voller Pokémon, bei dem aber nicht gekämpft wird. Hier müssen nämlich Indizien und Zeugenaussagen gesammelt werden, um kleine oder grosse Fälle zu lösen. Der Clou: Da Pikachu mit anderen Pokémon reden kann, erfährt Tim mehr als die anderen Ermittler am «Tatort». Das Spiel erinnert an die Krimispielserie «Phoenix Wright», bei der man ebenfalls knifflige Fälle durch das Sammeln von Indizien löst. Mit einem markanten Unterscheid: Während die Phoenix-Spiele spätestens in den letzten Fällen richtige Knacknüsse bieten, ist Detektiv Pikachu kaum eine Herausforderung für erwachsene Spieler. Das Spiel richtet sich klar an jüngere Pokémon-Fans: Die Lösung ist meist offensichtlich.

Wer aber keine Herausforderung, sondern nur einige Stunden in der Welt von Pokémon verbringen will, kommt hier voll auf seine Kosten. Das Spiel zeigt im Gegensatz zu den herkömmlichen Pokémon-Spielen, wie die Kreaturen ausserhalb der Kampfarenen verwendet werden. Manche betätigen sich als Kellner, andere als Kameramänner – «Meisterdetektiv Pikachu» überrascht immer wieder durch kreative Ideen über das Leben mit Pokémons. Der Star der Show ist aber Pikachu: Seine selbstverliebten Monologe über die wahren Werte eines Detektivs, die Liebe oder die Geheimnisse richtig guten Kaffees sind wegen seiner tiefen Stimme und seines süssen Aussehens zwar äusserst bizarr, aber immer unterhaltend.

«Meisterdetektiv Pikachu» ist ein Kuriosum, der junge und alte Pokémon-Fans trotz einfachem Schwierigkeitsgrad begeistern wird. Für andere ist das Spiel besonders dann zu empfehlen, wenn sie junge Krimifans zu Hause haben – denn diese werden sich dank ihrer Zusammenarbeit mit Pikachu bald selbst wie Meisterdetektive fühlen. Wie stark Detektiv Pikachus Charme ist, zeigt auch, dass bereits eine Verfilmung des Spiels gedreht wird, die nächstes Jahr ins Kino kommen soll.

«Meisterdetektiv Pikachu» ist für Nintendo 3DS zum Preis von 49.90 Franken erhältlich. Ein Exemplar des Spiels wurde unserer Zeitung von Nintendo Schweiz zur Verfügung gestellt.

Video: Trailer Videospiel «Meisterdetektiv Pikachu»

Der Trailer zum Nintendo 3DS-Spiel «Meisterdetektiv Pikachu». (PD, 14.4.2018)




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