Tödlicher Brand in malaysischer Koranschule

MALAYSIA ⋅ Ein verheerender Brand in einem islamischen Internat von Kuala Lumpur hat mindestens 23 Menschen das Leben gekostet. Das Feuer hatte Schüler und Lehrer im Schlaf überrascht, Flammen versperrten den einzigen Ausgang.
Aktualisiert: 
14.09.2017, 14:38
14. September 2017, 06:31

14 Schüler und vier Lehrer hätten den Flammen am frühen Donnerstagmorgen entkommen können oder seien gerettet worden, teilte die Polizei in Malaysias Hauptstadt mit. Sieben Verletzte wurden nach Angaben der Behörden in ein Spital gebracht, darunter sechs Schüler und ein zu Hilfe geeilter Anwohner.

Das Feuer brach in den Schlafräumen der Koranschule Tahfiz Darul Quran Ittifaqiyah Centre nahe dem Eingang im zweiten Stock aus. Deshalb seien Schüler im Gebäude eingeschlossen gewesen, sagte Polizeichef Amar Singh. Mögliche Brandursache war ein Kurzschluss.

Am Rauch erstickt

Die 23 Toten - 21 männliche Teenager im Alter zwischen 13 und 17 Jahren sowie zwei Lehrer - seien erstickt, sagte Singh weiter. Der malaysische Gesundheitsminister Subramaniam Sathasivam sagte in einer Medienkonferenz, von den Familienangehörigen müssten DNA-Proben genommen werden - die Leichen seien zu schlimm verbrannt, um sie identifizieren zu können.

Polizeichef Singh sagte: "Das Tragische an diesem Zwischenfall ist, dass es nur einen Ausgang gab und die Schüler damit gefangen waren." Auch durch die Fenster hätten sie nicht entkommen können, weil Metallgitter angebracht waren. Die Überlebenden hätten ein Gitter herausreissen können und seien dann gesprungen oder hätten sich an Rohren herabgelassen, sagte Gesundheitsminister Subramaniam.

Der Schüler Muhammad Danial konnte sich eigenen Angaben zufolge vom zweiten Stock aus ins Freie retten. Reportern vor Ort erzählte er, er habe so vielen Schülern wie möglich geholfen, durch ein Fenster auf der anderen Seite des Gebäudes zu entkommen.

Behörden besorgt

Es gibt 519 offiziell registrierte Tahfiz-Schulen in Malaysia, in denen Kinder den Koran lernen. Die Zeitung "Star Online" vermutet, dass die Zahl dieser Internate wesentlich höher ist.

Die Zeitung schriebt weiter, dass die zuständige Behörde sich besorgt über die Brandschutzmassnahmen in unregistrierten und privaten Religionsschulen gezeigt habe. Seit dem Jahr 2015 habe sie mehr als 200 Brände in derartigen Einrichtungen gezählt. 1989 seien 27 Schülerinnen einer Koranschule ums Leben gekommen, als ein Feuer die Schule und acht aus Holz gebaute Hostels zerstörte.

Nach Behördenangaben fehlte auch der der betroffenen Schule die korrekte Genehmigung. Vizeregierungschef Ahmad Zahid Hamidi sagte bei einem Ortsbesuch, dass eine Untersuchung eingeleitet worden sei. (sda/dpa/afp)

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