Boris Beckers Rechtsstreit mit seinem Traupfarrer

Wie viel kostet eine Hochzeit?

Der ehemalige Pfarrer von St. Moritz hat im Streit um sein Honorar für die Trauung von Boris Becker im Moment die besseren Karten. In einem ersten Schritt hat das Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden Pfarrer Fisher von der beruflichen Geheimhaltungspflicht entbunden.

-yr. Knapp anderthalb Jahre nach der aufwendig inszenierten Hochzeit in der Kapelle «Regina Pacis» in St. Moritz herrscht nicht etwa unter den beiden Ehepartnern Boris Becker und Lilly Kerssenberg Unfrieden. Dieser hat sich vielmehr zwischen der deutschen Tennislegende und dem Traupfarrer entfacht, dem gebürtigen Amerikaner Brent Fisher. Auf stolze 9600 Franken lautet die Honorarforderung für die Zelebrierung der Traumhochzeit vom Juni letzten Jahres. . In einem ersten Schritt hat nun das Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden Pfarrer Fisher von der beruflichen Geheimhaltungspflicht entbunden, womit er die Honorarforderung gerichtlich geltend machen kann.

Wie der Gebührenordnung der evangelisch-reformierten Landeskirche Graubündens zu entnehmen ist, kostet die kirchliche Trauung für Ortsansässige nichts, auch nicht in St. Moritz. Für Auswärtige hingegen wird eine Pauschalgebühr von 250 Franken plus Spesen erhoben, falls die Trauung vom Ortspfarrer vorgenommen wird. Laut Auskunft von Giovanni Caduff, dem Aktuar der Bündner Landeskirche, verlangen aber freischaffende Theologen, die häufig für Trauungen beigezogen werden, rund 1000 bis 2000 Franken.

In diesem Tarif enthalten sei allerdings einzig der Gottesdienst und ein Vorgespräch für das Brautpaar. In der Grössenordnung von 2000 Franken soll sich gemäss Beckers Angaben auch der Kostenvoranschlag von Pfarrer Fisher bewegt haben. Dieser wollte sich auch am Freitag nicht zum Rechtsstreit äussern. Vertraute machen aber geltend, dessen Aufwand sei weit über eine übliche Hochzeit hinaus gegangen. Im Vorfeld sei Pfarrer Fisher um diverse Dienstleistungen gebeten worden, die nichts mit der eigentlichen Trauung zu tun gehabt hätten.

Tatsächlich hatte Pfarrer Fisher kurz vor der Hochzeit in einem Zeitungsinterview gesagt, normalerweise arbeite er für eine Trauung 13 bis 14 Stunden, wofür er 2000 Franken verlange. «Diese Heirat wird allerdings teurer werden», wird er in der «Basler Zeitung» zitiert. Pfarrer Fisher kam vor rund 25 Jahren in die Schweiz und war in den Kirchgemeinden Chur, St. Moritz und La Punt-Chamues-ch tätig. Noch vor seiner Pensionierung im Jahre 2003 gründete er die «Wedding Company St. Moritz GmbH», die laut Handelsregister die Planung, Organisation und Durchführung von Hochzeiten bezweckt.

Seine Dienste haben sich unter Prominenten herum gesprochen. Boris Becker und Lilly Kerssenberg habe er nicht gekannt, er sei ihnen von Bekannten empfohlen worden, gab er vor der Traumhochzeit den Medien preis. Verhandelt habe er nicht in erster Linie mit dem Bräutigam, Kontakt habe er vor allem mit der Braut gehabt. Dies hat sich inzwischen geändert, die Honorarforderung des Pfarrers wird von Boris Becker im Alleingang angefochten.


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