Elf Polizisten bei Ausschreitungen verletzt

REITSCHULE ⋅ In der Nacht auf Sonntag ist es erneut zu Ausschreitungen vor der Berner Reitschule gekommen. Unbekannte errichteten und zündeten Strassenbarrikaden an. Als Polizei und Feuerwehr ausrückten, eskalierte die Situation. Dabei wurden elf Polizisten verletzt.

Aktualisiert: 
06.03.2016, 17:36

Die Einsatzkräfte seien von Unbekannten mit Steinen, Flaschen und Feuerwerkskörpern angegriffen worden, teilte die Kantonspolizei Bern am Sonntag mit. Die Polizei reagierte ihrerseits mit Gummischrot und Reizstoff.

Durch die zwei errichteten Strassenbarrikaden war die Schützenmattstrasse zeitweise blockiert. Erschwert wurde die Situation dadurch, dass einige Personen auf dem Dach der Reitschule positioniert waren. Schliesslich sei es der Feuerwehr aber gelungen, die Brände zu löschen, heisst es in der Polizeimeldung weiter. Nachdem Angestellte der Stadt Bern die Strasse gesäubert hatten und sich die Situation beruhigt hatte, zog sich die Polizei zurück.

Die Kantonspolizei Bern hat nun Ermittlungen wegen Gefährdung des Lebens, Landfriedensbruch sowie Gewalt und Drohung aufgenommen. In diesem Zusammenhang sucht sie Zeugen, die Hinweise zur Täterschaft machen können.

Nicht erster Zwischenfall

Schon bei einem früheren Einsatz am späten Freitagabend auf der Berner Schützenmatte hatte die Polizei Gummischrot eingesetzt. Nach ihren Angaben wehrten sich die Polizisten gegen Demonstranten, die ihrerseits Flaschen warfen.

Mehrere Polizisten hatten ab 18 Uhr auf dem Parkplatz Schützenmatte in orangen Westen patrouilliert. Gemäss Communiqué sollte der Polizei-Einsatz "Straftaten entgegenwirken und Sicherheit vermitteln". Der grosse Parkplatz vor dem Kulturzentrum Reitschule gilt als Umschlagplatz für Drogen.

Die Aktion habe zu vielen positiven Rückmeldungen geführt, schreibt die Polizei weiter - "andererseits gab es auch Protest dagegen". So habe sich gegen 23 Uhr ein Demonstrationszug formiert, der sich aus der Reitschule in Richtung der Einsatzkräfte begeben habe. Die Polizisten hätten sich zurückziehen müssen.

Am Sonntagnachmittag meldete sich der Verband Schweizerischer Polizei-Beamter (VSPB) wegen der Vorfälle zu Wort. "Mit grosser Wut und Unverständnis" habe der Verband von den Vorfällen erfahren. Er fordert die Politik auf, endlich aufzuwachen und zu handeln. Sonst müsse der Druck aus der Bevölkerung kommen.

Diese könnte sich durchaus schon bald wieder zur Reithalle äussern. Der Berner SVP-Nationalrat Erich Hess verschickte nach Bekanntwerden der Krawalle am Sonntag die Einladung zur Übergabe der Unterschriften für die kantonale Initiative der Jungen SVP "Keine Steuergelder für die Berner Reithalle" an die Staatskanzlei. (sda)


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