Rettungspilot: «Keine Bergung von Toten»

SEYNE-LES-ALPES ⋅ Die Rettungskräfte an der Absturzstelle in den französischen Alpen wollen am Mittwoch keine Toten bergen. Das sagte Rettungspilot Xavier Roy am Einsatzort in Seyne-les-Alpes. Wichtig sei zunächst, den zweiten Flugschreiber zu finden.

  • MINUTE SILENCE FOR THE VICTIMS OF PLANE CRASH VICTIMS

Die Rettungskräfte an der Absturzstelle in den französischen Alpen wollen am Mittwoch keine Toten bergen. Das sagte Rettungspilot Xavier Roy am Einsatzort in Seyne-les-Alpes. Wichtig sei zunächst, den zweiten Flugschreiber zu finden.

Ausserdem werde das Absturzgebiet weiter gesichert. Die Rettungsmannschaften versuchten, die Körper der Opfer zu finden. Dazu würden auch zahlreiche Fotos von der Unfallstelle gemacht.

Bei den Arbeiten, an denen auch Spezialteams beteiligt seien, werde weiter versucht, Teile der Motoren zu lokalisieren. Bisher sei unklar, wie viele Rettungskräfte am Mittwoch zu dem Gelände gebracht würden oder dahin aufstiegen. Es sei auch noch nicht entschieden, wie viele davon über Nacht auf dem Berg blieben, um das Gelände zu sichern.

Roy berichtete erneut von einem sehr schwierigen Gelände, indem das Flugzeug abgestürzt sei. An der Unfallstelle gebe es aber aktuell keinen Schnee. Die Helikopter könnten gut fliegen, es gebe wenig Wind.

Wohl keine Explosion

Frankreichs Innenminister Bernard Cazeneuve berichtete am Mittwoch dem TV-Sender RTL, die Überreste des abgestürzten Airbus A320 seien überwiegend auf eineinhalb Hektar konzentriert. «Das ist sicher ein grosses Gebiet, weil der Aufprall stark war, aber das zeigt, dass das Flugzeug wahrscheinlich nicht explodiert ist.»

Nach dem Unglück gehen die Ermittler in Frankreich weiter allen Möglichkeiten als Absturzursache nach. «Alle Hypothesen müssen im Einzelnen betrachtet werden», sagte Cazeneuve. Die Möglichkeit eines Terroranschlags sei aber «nicht vorrangig».

  • France Plane Crash

An Bord der in Frankreich abgestürzten Germanwings-Maschine waren 150 Menschen. Der Airbus des Typs A320 war auf dem Weg von Barcelona nach Düsseldorf und stürzte in den französischen Alpen ab.

Erste Angehörige in Seyne-les-Alpes erwartet

Am Mittwoch sollten erste Angehörige der Opfer in Seyne-les-Alpes eintreffen. Am Donnerstag bietet zudem der Lufthansa-Konzern Angehörigen Sonderflüge von Düsseldorf und Barcelona nach Marseille an, wie Lufthansa-Chef Carsten Spohr sagte.

Für die Angehörigen werde in Seyne-les-Alpes ein Ort der Stille eingerichtet, sagte Innenministeriumssprecher Pierre-Henry Brandet. Deutsch- und spanischsprachige Dolmetscher seien vor Ort. Flüge mit Angehörigen zur schwer zugänglichen Unfallstelle seien nicht vorgesehen.

Die Einwohner im Absturzgebiet haben für Angehörige zahlreiche Übernachtungsmöglichkeiten bereitgestellt. Eine Mitarbeiterin des Rathauses von Seyne-les-Alpes sagte, insgesamt gebe es etwa 900 Schlafgelegenheiten.

Die Plätze stünden in Hotels, Ferienanlagen oder Privathaushalten bereit. Die Hilfsbereitschaft in der Bevölkerung der Region sei sehr gross.

sda/dpa/afp

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