Festnahme nach Tötungsdelikt im Thurgau

IV-RENTNER GETÖTET ⋅ Einer der Haupttäter des Tötungsdelikts an einem IV-Rentner im thurgauischen Kümmertshausen im Jahr 2010 ist in der Türkei verhaftet worden. Dies teilte die Thurgauer Staatsanwaltschaft mit. Damit befinden sich alle sechs mutmasslichen Tatbeteiligten in Haft.

Der Verhaftung des türkischen Staatsangehörigen in seiner Heimat gingen intensive Ermittlungs- und Fahndungsarbeiten der Staatsanwaltschaft Kreuzlingen und der Thurgauer Kantonspolizei voraus, heisst es in der Mitteilung. Auch die Bundeskriminalpolizei und ausländische Behörden waren beteiligt.

Mit der Verhaftung des türkischen Staatsangehörigen befinde sich nun auch der letzte Verdächtige in Haft. Der Mann wurde aufgrund von DNA-Spuren am Tatort als Tatbeteiligter identifiziert. Er dürfte "sicher einer der Haupttäter" sein, sagte Stefan Haffter, Mediensprecher der Thurgauer Staatsanwaltschaft.

Von den sechs mutmasslichen Tätern sitzen vier in der Schweiz in Haft, zwei in der Türkei. Die beiden türkischen Staatsangehörigen werden laut Haffter nicht an die Schweiz ausgeliefert. Sie sollen in ihrer Heimat wegen des Tötungsdelikts angeklagt werden. Die türkischen Behörden hätten dies zugesichert.

Ein Täter bereits verurteilt

Einer der Täter stand im vergangenen März in Kreuzlingen vor Gericht. Er wurde wegen Gehilfenschaft zur vorsätzlichen Tötung und weiterer Delikte zu einer Freiheitsstrafe von fünf Jahren verurteilt. Wann die drei übrigen Beteiligten im Thurgau vor Gericht kommen, ist noch nicht bekannt.

Im November 2010 wurde im Weiler Löwenhaus bei Kümmertshausen TG ein 53-jähriger IV-Rentner getötet, der Kontakt zu türkisch-kurdischen Kreisen hatte. Der allein lebende Mann war durch eine brutale Knebelung gestorben.

Im Lauf der Strafuntersuchung konnten neben dem Tötungsdelikt auch eine Reihe schwerer Betäubungsmitteldelikte, Erpressungen und gewerbsmässige Menschenschleusungen aufgedeckt und aufgeklärt werden, wie die Thurgauer Staatsanwaltschaft schreibt. (sda)


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