Neue Luzerner Zeitung Online

Gedenken an Verschwinden von MH370

FLUGZEUGUNGLÜCK ⋅ Genau ein Jahr nach dem Verschwinden des Malaysia-Airlines-Flugs MH370 haben Angehörige in China und Malaysia an die vermissten Passagiere erinnert. Bei einer Gedenkfeier in Kuala Lumpur kamen Verwandte und Freunde zu Gebeten zusammen.

"Es war eines der schlimmsten Jahre für viele von uns, ein nicht endender Kampf", sagte Grace Subathirai, deren Mutter an Bord war, am Sonntag in Kuala Lumpur. Auf einer für die Feier errichteten Wand wurden Botschaften wie "Gebt die Hoffnung nicht auf" angebracht.

Malaysias Regierungschef Najib Razak erklärte, sein Land wolle weiter nach dem Flugzeug suchen: "Malaysia bleibt der Suche verpflichtet und voller Hoffnung, dass MH370 gefunden wird." Den Angehörigen sprach er sein Mitgefühl aus.

Massives Polizeiaufgebot in Peking

In Peking kamen Verwandte unter massiver Polizeipräsenz zum Gedenken an das Verschwinden der Maschine zusammen. Nahe der malaysischen Botschaft gab es Proteste; das Gebäude selbst wurde abgeriegelt.

"Malaysische Regierung - entschuldigt Euch bei uns", riefen die Demonstranten. Etwa zwei Drittel der Passagiere stammten aus China. In der Volksrepublik gibt es seit dem Unglück heftige Kritik an Malaysias Umgang mit der Katastrophe.

Hinterbliebene versammelten sich auch vor dem Lama-Tempel in Peking. Einige trugen T-Shirts mit der Aufschrift "Betet für MH370" oder "Sucht weiter nach MH370".

Die Behörden hatten keine Genehmigung für eine offizielle Gedenkfeier erteilt. Mit einem grossen Sicherheitsaufgebot sollten offenbar grössere Menschenansammlungen verhindert werden.

Batterie abgelaufen

Die Boeing 777 war am 8. März 2014 auf dem Weg von Kuala Lumpur nach Peking von den Radarschirmen verschwunden, seitdem fehlt von ihr und den 239 Insassen jede Spur. Eine grossangelegte Suchaktion im Indischen Ozean, wo das Wrack vermutet wird, brachte bislang keine Ergebnisse.

Aus einem am Sonntag vorgestellten malaysischen Untersuchungsbericht geht hervor, dass die Batterie zum Betrieb des Unterwasser-Ortungsgeräts für den Flugdatenschreiber abgelaufen war. Das Ablaufdatum sei Dezember 2012 gewesen, hiess es.

Zwar könnten Batterien auch nach dem Ablaufdatum noch funktionieren, dann aber an Kraft verlieren. Malaysia Airlines habe ein Computerproblem für den nicht erfolgten Austausch angeführt. Die Batterie für den Stimmenrekorder hingegen sei ausgetauscht worden und habe funktioniert.

Der Luftfahrtexperte Gerry Soejatman erklärte, die abgelaufene Batterie könne möglicherweise dazu beigetragen haben, dass die Maschine bislang nicht gefunden worden sei. "Meine grösste Sorge ist, dass die Einsatzkräfte über das Wrack hinweg gegangen sind, aber die Signale nicht gehört haben", sagte er.

Keine neue Erkenntnisse

Ansonsten brachte der neue Bericht kein neues Licht in das rätselhafte Verschwinden der Passagiermaschine. Nur Wrack und Flugdatenschreiber könnten neue Aufschlüsse geben, heisst es im Bericht.

Auch eine Untersuchung der Hintergründe des Kapitäns, des Co-Piloten und der Besatzung brachten keine Erkenntnisse. Die Passagiere wurden hingegen nicht im Einzelnen beleuchtet, auch einer möglichen Entführung wurde nicht nachgegangen.

Neben Malaysias Regierungschef Najib sagte auch Australiens Premierminister Tony Abbott eine Fortsetzung der Suche zu. So lange es noch "vernünftige Spuren" gebe, werde weiter gesucht, erklärte Abbott, dessen Land die Suche leitet.

Die aktuelle Suchaktion in einem Radius von 60'000 Quadratkilometern ende voraussichtlich im Mai. Anschliessend könne aber in einem ebenso grossen Umkreis weiter gesucht werden. (sda/afp/dpa)

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