Neue Luzerner Zeitung Online

Gericht vertagt Prozess gegen Edathy

DEUTSCHLAND ⋅ Der Prozess gegen den früheren deutschen Parlamentarier Sebastian Edathy wegen Besitzes von Kinderpornografie ist nach rund eineinhalb Stunden vertagt worden. Die Richter wollten dem Verteidiger Edathys damit Zeit geben, mit seinem Mandanten über ein Geständnis zu beraten.

Dieses verlangt die Staatsanwaltschaft nach eigenen Angaben als Bedingung für eine mögliche Einstellung des Verfahrens gegen Zahlung einer Geldauflage durch Edathy.

Zum Auftakt des Verfahrens vor dem Landgericht im niedersächsischen Verden hatte die Verteidigung am Montag zum Auftakt eine Einstellung des Verfahrens gefordert. Grund sei ein Verstoss gegen den Grundsatz des fairen Verfahrens, sagte Verteidiger Christian Noll. Sein Mandant sei massiv vorverurteilt.

Die Ermittlungen gegen den Celler Generalstaatsanwalt Frank Lüttig wegen des Verdachts des Geheimnisverrats seien ein Verfahrenshindernis. Lüttig soll interne Ermittlungsdetails auch zum Fall Edathy an Journalisten gegeben haben. Gegen ihn laufen inzwischen strafrechtliche Ermittlungen.

Edathy ist angeklagt, mit seinem Dienstnotebook in mehreren Fällen kinderpornografische Bild- und Videodateien aus dem Internet heruntergeladen zu haben. Zudem soll er ein Buch und eine CD mit Fotos besessen haben, die die Staatsanwaltschaft als jugendpornografisch einstuft.

Die Ermittler waren auf ihn aufmerksam geworden, weil sein Name auf der Kundenliste einer kanadischen Firma aufgetaucht war, die auch Kinder- und Jugendpornos vertrieben haben soll. Der einstige Abgeordnete äusserte sich bislang nicht zu den Vorwürfen, auf denen die Anklage basiert. (sda/afp/dpa)

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