Schneesturm fordert in den USA zehn Tote

WINTERSTURM ⋅ Einer der schwersten Schneestürme seit Jahren hat weite Teile des Ostens der USA lahmgelegt und über zehn Menschen das Leben gekostet. Es gab Hunderte Verkehrsunfälle, Autofahrer strandeten auf den Strassen, auf vielen Flughäfen ging nichts mehr.

  • Blizzard Hits Washington, DC
  • Blizzard Hits Washington, DC
  • Snowstorm Jonas in Washington DC

Einer der härtesten Schneestürme seit vielen Jahren hat an der Ostküste der USA das öffentliche Leben lahmgelegt. Mancherorts schneite es am Wochenende knapp einen Meter. Es gab 19 Tote. Allein 13 von ihnen starben bei Autounfällen in den Bundesstaaten Arkansas, North Carolina, Kentucky, Ohio, Tennessee und Virginia.

Rund 200'000 Menschen waren am Samstag zeitweise ohne Strom. In der Bundeshauptstadt Washington kam das öffentliche Leben völlig zum Stillstand, und auch die Grossstädte Baltimore und Philadelphia waren besonders schwer betroffen.

In New York ging ebenfalls nicht mehr viel. Bis zum Sonntagmorgen musste sich die Bevölkerung auf bis zu 40 Zentimeter Schnee einstellen. Wegen des starken Schneesturms untersagte Gouverneur Andrew Cuomo alle Autofahrten in New York City, Long Island sowie auf Brücken und in Tunneln von und nach New Jersey. Das Verbot gelte ab 14.30 Uhr am Samstag (Ortszeit, 20.30 Uhr MEZ), teilte das Büro des Gouverneurs mit.

Zudem sollten ab dem Nachmittag (Ortszeit) der Zugverkehr in und um die Stadt teilweise sowie der U-Bahn-Verkehr auf oberirdischen Gleisen und der öffentliche Busverkehr komplett eingestellt werden. Die Züge vereisten und blieben liegen, hiess es.

Unterirdisch sollte die U-Bahn mit eingeschränktem Fahrplan aber weiterhin fahren. Auch die Kulturwelt zog Konsequenzen: Alle Nachmittags- und Abendvorstellungen am Broadway am Samstag wurden abgesagt.

Zu den heftigen Schneefällen kamen insbesondere in den küstennahen Gebieten schwere Stürme mit extrem schlechter Sicht. So wurden für weite Regionen mit insgesamt 30 Millionen Einwohnern Blizzard-Warnungen ausgegeben. In New Jersey peitschten Sturmböen ausserdem hohe Wellen an Land, und es kam zu Überschwemmungen.

Verkehrskollaps

Auf den winterlichen Strassen brach vielerorts der Verkehr zusammen. Rund 1000 Unfälle meldete die Polizei allein in Virginia, wie CNN berichtete. Ein Mensch kam dort ums Leben. Sieben weitere Tote gab es in den Bundesstaaten Kentucky und North Carolina.

Auch der Flugverkehr war betroffen. Allein an den Flughäfen in New York und New Jersey wurden nach Zählung der Website Flightaware.com rund 1000 Flüge gestrichen. Der Sender CNN sprach von insgesamt mehr als 9400 Flugausfällen bis Sonntag.

In Fort Washington in Maryland starb ein 60 Jahre alter Mann beim Schneeschaufeln an einem Herzinfarkt, wie Feuerwehrsprecher Mark Brady sagte. Auf einer Autobahn in Kentucky sassen Tausende Menschen teils mehr als 20 Stunden in ihren Fahrzeugen fest. Nach US-Fernsehberichten stauten sich die Autos zeitweise auf einer Länge von mehr als 50 Kilometern.

Die Schneefront hatte sich am Freitag von Georgia über Kentucky und North Carolina nordwärts ausgebreitet, in zahlreichen Gebieten musste sich die Bevölkerung auf 36 Stunden ununterbrochenen Schneewirbel einstellen. So wurden in Washington bereits am Samstagmorgen bis zu 40 Zentimeter Schnee gemessen - Meteorologen hielten es für möglich, dass bis Samstagnacht mehr als 30 Zentimeter hinzukommen.

Nach den heftigen Schneefällen von Freitag und Samstag wurde für Sonntag strahlender Sonnenschein bei Minusgraden vorausgesagt: ideales Wetter für Wintersportler, Familien und Ausflügler. (sda/dpa)


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