Smog in Südostasien tödlicher als angenommen

BRÄNDE ⋅ Die wochenlange Smog-Krise in Südostasien im vergangenen Jahr hat offenbar weit mehr Tote gefordert als bisher angenommen. Nach Schätzungen von US-Wissenschaftlern hat die schlechte Luft mehr als 100'000 Menschenleben gekostet.

Auf der Basis komplexer mathematischer Modelle kamen die Forscher der Universitäten von Harvard und Columbia in einer am Montag veröffentlichten Studie zu dem Schluss, dass allein in Indonesien mehr als 90'000 Menschen an den Folgen des Smogs starben; mehrere tausend weitere Todesopfer gab es demnach im benachbarten Singapur und Malaysia.

"Wenn sich nichts ändert, wird dieser Killer-Dunst weiterhin Jahr für Jahr schreckliche Verluste anrichten", warnte Yuyun Indradi von der Umweltschutzorganisation Greenpeace. Es wäre ein "Verbrechen", jetzt nicht sofort gegen die Verursacher des Smogs vorzugehen.

Die indonesischen Behörden hatten die Zahl der Todesopfer durch die Smog-Katastrophe im vergangenen Jahr bislang mit lediglich 19 angegeben. Ein Sprecher des indonesischen Umweltministeriums wollte zunächst keine Stellungnahme zu der wissenschaftlichen Studie abgeben.

In Indonesien kommt es wegen illegaler Brandrodungen durch Plantagenbesitzer alljährlich während der Trockenzeit zu Waldbränden. Im vergangenen Jahr wurden sie durch das Wetterphänomen El Niño noch verstärkt, wochenlang litten grosse Regionen unter dichtem Smog. Zahlreiche Menschen erkrankten, der Smog führte zu diplomatischen Verstimmungen. (sda/afp)


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