Spitzmaulnashörner müssen Zürich verlassen

ZOO ZÜRICH ⋅ Das dreieinhalb Wochen alte Nashorn-Baby Olmoti, Mutter Samira und Vater Jeremy werden noch dieses Jahr Zürich verlassen. An ihrer Stelle ziehen Kängurus und andere australische Tiere ins jetzige Afrikahaus ein, das entsprechend angepasst wird.

Olmoti schläft selig an die hintere Boxenwand geschmiegt. Im Vordergrund wandert Samira unruhig hin und her. Die vielen Leute und die Blitzlichter scheinen ihr nicht ganz geheuer zu sein. Als das Jungtier aufwacht, stapft Samira in die Nachbarbox, wo Heu liegt. Olmoti springt munter um Mama herum, schnüffelt am Heu, legt einen Galopp hin, bremst rutschend mit allen Vieren.

Das Spitzmaulnashorn-Baby kam am 28. Dezember zur Welt - das erste Jungtier nach 18 Jahren. Es bleibt aber nicht mehr lange in Zürich, wie Kurator Robert Zingg am Mittwoch vor den Medien erklärt: Samira, Olmoti und Bulle Jeremy müssen ausziehen, und zwar noch dieses Jahr - wann genau ist aber noch offen.

Im Afrikahaus können sie nicht so leben, wie dies nach heutigen Erkenntnissen angemessen wäre. Das Haus wurde 1965 eröffnet - damals entsprach es modernsten Grundsätzen. Mittlerweile aber ist es zu klein und veraltet.

Ab etwa 2020 wieder Nashörner in Zürich

Mutter und Tochter werden zusammenbleiben, sagte Zingg. Ob der Bulle mit ihnen untergebracht werden kann, ist nicht sicher. Zur Zeit suche man geeignete Institutionen. Mehrere Jahre lang werden dann keine Nashörner mehr im Zoo Zürich leben.

Wenn ungefähr 2020 die Afrikanische Savanne neben dem Elefantenpark eröffnet wird, werden dort auch Nashörner einziehen - aber nicht Samira, Olmoti und Jeremy.

Das heutige Afrikahaus wird laut Zingg angepasst und umgenutzt. Die Planung sei angelaufen. Statt Afrika ist künftig Australien Thema des Hauses. Einziehen sollen Beuteltiere aus Down Under, etwa Koalas und Kängurus, aber auch grosse Warane. In einem separaten Gebäude soll ein Schwarm farbenprächtiger Loris leben. Diese sollen vom Publikum gefüttert werden können. (sda)


Login


 

Anzeige: