Transocean einigt sich mit Klägern

STEINHAUSEN ⋅ Fünf Jahre nach der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko hat das Zuger Ölbohrunternehmen Transocean mit privaten Klägern und mit dem Konzern BP eine Einigung erzielt. Damit kommt das jahrelange juristische Hickhack für den Konzern langsam zu einem Ende.

Transocean verpflichtete sich, zwei Klägergruppen insgesamt 212 Millionen Dollar zu zahlen, wie das texanisch-schweizerische Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Die beiden Gruppen umfassen private Kläger und lokale Behörden.

Der Vergleich bedarf noch der Zustimmung des Bezirksgerichts von Louisiana. Das Gericht wird auch die Anwaltskosten festlegen, die Transocean übernehmen muss.

Klagen zurückgezogen

Geeinigt hat sich Transocean auch mit dem britischen Ölriesen BP, wie der an der Schweizer Börse kotierte Konzern weiter bekannt gab. BP hatte die Ölplattform "Deepwater Horizon", die im April 2010 explodierte, von Transocean gemietet.

Die Einigung sieht vor, dass BP Transocean 125 Mio. Dollar für rechtliche Kosten zahlt. Beide Konzerne ziehen zudem ihre gegenseitigen Klagen zurück. BP wird auch seine Ansprüche auf Transocean zustehende Versicherungsleistungen aufgeben. Diese Einigung muss nicht von einem Gericht genehmigt werden.

Mit den beiden Vergleichen seien im Wesentlichen alle offenen Forderungen im Zusammenhang mit der Ölkatastrophe beigelegt, teilte Transocean mit. Mit dem US-Justizministerium hatte sich Transocean bereits Anfang 2013 auf die Zahlung von 1,4 Mrd. Dollar geeinigt.

Der Rechtsstreit komme nun endlich zu einem Ende, wird Transocean-Chef Jeremy Thigpen im Communiqué zitiert. Es sei aber wichtig, die elf Menschenleben, die der Unfall gekostet hatte, nicht zu vergessen.

Schwere Schäden

Transocean war Besitzer der Ölplattform "Deepwater Horizon" im Golf von Mexiko, die im April 2010 eine der schlimmsten Naturkatastrophen der jüngsten Zeit verursachte. Auf der Plattform brach nach einer Explosion ein Feuer aus, zwei Tag später versank die Anlage im Meer.

87 Tage dauerte es, bis der britische Ölkonzern BP, der die Plattform gemietet hatte, das defekte Bohrloch schliessen konnte. Die Ölpest hinterliess schwere Schäden in der Natur sowie für Fischerei und Tourismus. (sda)


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