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Veruntreuungs-Ermittlungen gegen Treuhänder

KRIMINALITÄT ⋅ Die mutmassliche Veruntreuung in einer renommierten Churer Treuhandfirma zieht weitere Kreise. Der unter Verdacht stehende Treuhänder Christian Hummel war auch Kassier einer Kirchgemeinde. Auch in der Buchhaltung der Gemeinde stellte man jetzt Unregelmässigkeiten fest.

Erste Abklärungen "scheinen den Verdacht zu erhärten, dass es auch bei der Kirchgemeinde Bad Ragaz-Pfäfers zu Unregelmässigkeiten gekommen ist", schrieb die Kirchenvorsteherschaft am Sonntag in einer Mitteilung.

Die Staatsanwaltschaft Chur habe sich im Rahmen des Strafverfahrens wegen des Verdachts auf Unregelmässigkeiten bei der Churer Treuhandfirma Allemann, Zinsli und Partner AG auch an die Kirchgemeinde gewandt. Die Kirchgemeinde habe bereits nach Bekanntwerden des Strafverfahrens mit eigenen Abklärungen begonnen. Dabei stiessen die Prüfer ebenfalls auf Unregelmässigkeiten, wie die Vorsteherschaft weiter mitteilte.

Wie hoch der Schaden ist, werde derzeit abgeklärt. Hummel war im März 2013 in die Kirchenvorsteherschaft gewählt worden. Er hatte seitdem das Amt des Kassiers inne und führte die Rechnung der Kirchgemeinde. Hummel sei inzwischen als Kassier und aus der Vorsteherschaft zurückgetreten.

Vom Bruder angezeigt

Die mutmasslichen Veruntreuungen bekannt gemacht hatte vor rund zehn Tagen Christian Hummels Zwillingsbruder, Johannes Hummel. Er ist heute einziger Verwaltungsrat vonAllemann, Zinsli und Partner und hatte seinen Bruder Christian bei der Bündner Staatsanwaltschaft angezeigt. Christian Hummel war gemäss Handelsregister von 2008 bis 2014 Verwaltungsratspräsident der Treuhandfirma.

Die Staatsanwaltschaft eröffnete inzwischen eine Untersuchung wegen des Verdachts auf Veruntreuung und Urkundenfälschung. Verwaltungsrat Johannes Hummel sagte am 9. Januar an einer Medienkonferenz in Chur, noch sei das Ausmass der Unregelmässigkeiten nicht absehbar. Er gehe aber von einer "erheblichen Summe" aus. Tangiert von den Veruntreuungen seien vier Klienten.

Unter den vier Klienten ist die Parkhaus Chur AG, wie diese am gleichen Tag mitteilte. Auch das Parkhaus-Unternehmen reichte Strafanzeige ein.

Fehler eingestanden

Der unter Verdacht stehende Christian Hummel liess an der Medienkonferenz seines Bruders via seinen Anwalt ein Schreiben vorlegen. Darin gestand Christian Hummel ein, Fehler gemacht und nicht im Interesse der Firma gehandelt zu haben.

Allemann, Zinsli und Partner AG gehört laut Firmenangaben mit 20 Mitarbeitenden zu den grössten Treuhandunternehmen in Graubünden. Gegründet worden ist die Firma 1961. (sda)

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